Britische Medien zu EU-Streit "Finger weg von unserer Wahl"

Zwischen Brüssel und London ist ein heftiger Streit entbrannt - und Premierministerin May lässt sich für ihre harte Haltung feiern. Die britische Presse packt schon die bekannte Kriegsrhetorik aus.
Journalisten, Theresa May

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Foto: Kirsty Wigglesworth/ AP
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Wie auch immer die pikanten Details aus dem Treffen zwischen Theresa May und Jean-Claude Juncker an die Öffentlichkeit gelangt sind - in Brüssel dürfte man sich davon eine andere Wirkung erhofft haben. Laut "FAS" hatte Juncker vergangene Woche zu den Brexit-Forderungen der britischen Premierministerin gesagt, sie lebe "in einer anderen Galaxie".

In der britischen Boulevardpresse steht May jetzt nicht etwa als ahnungslose Illusionistin da - sondern als beinharte Verhandlerin, die es den Festland-Europäern mal so richtig gezeigt hat. Am Mittwoch nahm May die Juncker-Kritik auf und warnte, Brüssel arbeite mit Drohungen gegen Großbritannien und wolle den laufenden Wahlkampf beeinflussen. Juncker werde aber noch lernen, dass sie eine "verdammt schwierige Frau" sein könne.

Punkt May. Am Tag nach ihrem Auftritt kann sie sich in Großbritannien feiern lassen. Die britischen Medien steigen auf die Frontenstellung ein - und greifen auf ein altbekanntes Stilmittel zurück: Kriegsrhetorik.

Der normalerweise eher nüchterne "Guardian" etwa titelt für seine Verhältnisse auffallend unverblümt: "May erklärt Brüssel den Krieg".

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Das Blatt beschreibt Mays Offensive als Wahlkampfmanöver, mit dem die Premierministerin frühere Wähler der Rechtspopulisten von Ukip auf die Seite der Konservativen ziehen wolle.

"May feuert gegen Europa", schreibt der konservative "Daily Telegraph" mit wenig verhohlener Bewunderung. Das Brüsseler Verhalten und die "absurden" Forderungen der EU würden die Briten vereinen, kommentiert das Blatt.

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"Nuclear Juncker", schreibt das Boulevardblatt "The Sun" - soll heißen: Der Kommissionschef ist außer Kontrolle. May habe mit ihrem Vorwurf der Wahlbeeinflussung eine "Rakete" von den Stufen der Downing Street 10 abgeschossen.

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In großen Lettern interpretieren andere Boulevardzeitungen, etwa die "Daily Mail" die May-Warnung so: "Finger weg von unserer Wahl".

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Fast schon langweilig wirkt dagegen die "Times". Dort heißt es auf der Titelseite, Brüssel mische sich in die Wahlen ein - "warnt May".

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kev

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