Machtkampf um Cameron-Nachfolge Theresa May gewinnt erste Runde

Die Favoritin legt vor: Die britische Innenministerin Theresa May hat die erste Wahlrunde im Kampf um die Führung der Konservativen gewonnen. Liam Fox ist als Kandidat ausgeschieden.

Theresa May
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Theresa May hat die erste Runde im Machtkampf bei den britischen Konservativen gewonnen. Die Innenministerin bekam bei der Abstimmung unter den Tory-Abgeordneten 165 von 330 Stimmen. Für die Staatssekretärin im Energieministerium, Andrea Leadsom, sprachen sich 66 Parlamentarier aus, für Justizminister Michael Gove 48.

Liam Fox hatte mit 16 Stimmen die wenigsten Unterstützer und schied aus. Arbeitsminister Stephen Crabb zog seine Kandidatur zurück und sprach sich für Theresa May als Vorsitzende aus. Er hatte in der ersten Runde 34 Stimmen geholt.

Die Konservativen suchen nach dem Brexit-Votum vom 23. Juni einen neuen Parteichef, nachdem David Cameron seinen Rücktritt angekündigt hatte. Der kommende Tory-Chef soll dann auch neuer Premierminister werden und den EU-Ausstieg mit Brüssel verhandeln. Mit dem Ausgang der ersten Runde steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Großbritannien nach Margaret Thatcher zum zweiten Mal von einer Frau regiert wird. May galt schon vor der ersten Abstimmungsrunde als Favoritin.

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Cameron-Nachfolge: Diese Tories trauen sich

Nach dem Ausscheiden von Fox und Crabb bleiben nur noch drei Bewerber im Rennen. Bei der Suche nach einer neuen Führung haben zunächst die Tory-Abgeordneten das Sagen. Später treffen die rund 150.000 Parteimitglieder bei einer Stichwahl die endgültige Entscheidung. Bis spätestens September soll die Cameron-Nachfolge geklärt sein.

May hatte beim Brexit-Referendum eher verhalten für den Verbleib in der EU plädiert. Leadsom und Gove gehören dagegen dem Lager der vehementen Austrittsbefürworter an. Die Chancen für die Energie-Staatssekretärin haben sich nach der Unterstützung durch den Brexit-Wortführer und ehemaligen Londoner Bürgermeister Boris Johnson erhöht - er hatte überraschend auf eine Kandidatur verzichtet.

May und Gove wollen - falls sie gewählt werden - sich bei Austrittsverhandlungen mit der EU Zeit lassen und mit der formellen Prozedur erst im nächsten Jahr beginnen. Leadsom will dagegen aufs Tempo drücken.

So läuft der Auswahlprozess

    Fünf Politiker kandidieren für den Tory-Vorsitz. Sie stellen sich in mehreren Wahlgängen den konservativen Abgeordneten. Der Bewerber mit den jeweils wenigsten Stimmen scheidet aus. Am 5. Juli findet die erste Wahl statt. Weitere Wahlgänge folgen am 7. Juli und am 12. Juli.

    Die letzten beiden Kandidaten treten in einer Urabstimmung unter den 150.000 Parteimitgliedern an. Der Sieger wird am 9. September bekannt gegeben. Es gilt als ausgemacht, dass er oder sie auch neuer Premier wird.

cte/dpa/Reuters



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