Briefwahl Stimmzettel verirrten sich nach Dänemark


Kopenhagen - Zwei Briefe mit Stimmen für die US-Präsidentenwahl sind offenbar in Dänemark gelandet - und nicht wie vorgesehen bei der Wahlleitung im Bundesstaat Washington. Die dänische Nachrichtenagentur Ritzau meldete am Montag unter Berufung auf die Zeitung "Fyns Stiftstidende", eine Familie in Odense auf Fünen habe die beiden amtlich als Wahlbriefe markierten Umschläge zusammen mit einer Warensendung erhalten, die sie in Washington bestellt hatte.

Die Wähler im Staat Washington hatten kräftig Gebrauch gemacht von der Briefwahl. Etwa ein Drittel der abgegebenen Stimmen wurden der Post anvertraut. Die Zeitung berichtete, sie habe zu einem der Absender, Steven H. Forrest, Kontakt aufgenommen, und der habe gesagt, er und seine Frau hätten den Wahlbrief mit dem Aufdruck "Official Ballot" in Bellevue bei Seattle aufgeben. Forrest sei überrascht gewesen, dass auf dem Umschlag aber der Eindruck erweckt werde, dass er von Shaw Island abgeschickt wurde, 80 Kilometer weiter weg. Der dänische Empfänger, so das Blatt, öffnete einen der Briefe - mit einer Stimme für den Republikaner George Bush.

Die US-Botschaft in Kopenhagen erklärte, die Empfänger in Odense seien gebeten worden, die Wahlbriefe der Konsularabteilung zu schicken. Sie solle prüfen, ob die Stimmen wirklich echt sind oder ob sich jemand einen Scherz erlaubt hat. In Washington siegte Gore mit 936.552 zu 826.863 Stimmen über Bush.



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