Debatte um geplanten Staatsbesuch Briten starten auch Pro-Trump-Petition

Ein Empfang für Donald Trump mit allen Ehren? Mehr als 1,6 Millionen Briten haben sich dagegen ausgesprochen, dass die Queen den US-Präsidenten zum Staatsbesuch begrüßt. Doch eine Gegenpetition fand ebenfalls Befürworter.
Königin Elizabeth II.

Königin Elizabeth II.

Foto: Chris Radburn/ dpa

Das britische Parlament wird am 20. Februar über zwei Petitionen diskutieren, in denen es um den geplanten Staatsbesuch von US-Präsident Donald Trump in Großbritannien geht.

In einer der Petitionen wird gefordert, Trumps Reise auf einen Besuch ohne die volle zeremonielle Ehrung herabzustufen. Mehr als 1,6 Millionen Briten haben sie mittlerweile unterzeichnet.

In der Petition heißt es, Donald Trumps "gut dokumentierter Frauenhass und seine Vulgaritäten disqualifizieren ihn, von ihrer Majestät der Queen oder dem Prinzen von Wales (Prinz Charles) empfangen zu werden".

Zudem gibt es eine neue Petition, in der gefordert wird, dass Donald Trump seinen Staatsbesuch in Großbritannien wie geplant antritt. Fast 160.000 Menschen haben diese bereits unterschrieben . Da mehr als 100.000 Menschen unterzeichnet haben, muss sich das Parlament mit beiden Eingaben befassen.

Führende Oppositionspolitiker wie Labour-Chef Jeremy Corbyn und der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan forderten, den Staatsbesuch abzusagen. "Solange dieses Verbot besteht, sollten wir Präsident Trump keinen roten Teppich ausrollen", sagte Khan. In britischen Großstädten hatten am Montagabend Zehntausende Menschen gegen Trumps umstrittenes Einreiseverbot demonstriert.

Die Regierung hält bislang an ihrer Einladung für Trump fest. Premierministerin Theresa May ließ wissen, sie sei "sehr glücklich gewesen", Trump einzuladen.

Bislang wurde US-Präsidenten die Ehre eines Staatsbesuchs meist erst Jahre nach ihrer Amtseinführung zuteil. Dazu gehört die Prozession in einer Kutsche über die Londoner Prachtstraße "The Mall" und ein Staatsbankett mit der Queen. Kritiker werfen Premierministerin Theresa May vor, sie habe die Königin mit der verfrühten Einladung in eine missliche Situation gebracht.

koe/dpa/Reuters
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