Streit mit Spanien Britisches Kriegsschiff legt in Gibraltar an

Seit Wochen streiten London und Madrid um Fanggründe vor Gibraltar. Nun ist eine britische Fregatte im Hafen der Exklave eingelaufen - eine Routineübung, betont Downing Street. Spanische Fischer protestierten gegen die Regierung des Überseegebiets.

HMS "Westminster" vor Gibraltar: Britische Flaggen wehten zur Begrüßung
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HMS "Westminster" vor Gibraltar: Britische Flaggen wehten zur Begrüßung


London/Gibraltar - Ein britisches Kriegsschiff ist im Hafen von Gibraltar eingelaufen. Eigentlich ist das eine Routineübung, doch angesichts der aktuellen Spannungen zwischen Spanien und Großbritannien sorgt der Besuch der Fregatte HMS "Westminster" für Aufregung.

Das Schiff sei auf einer Mission im Rahmen eines lange geplanten Marine-Manövers unter dem Namen "Cougar 13" im Mittelmeer, teilte die britische Regierung mit. Die Mission habe nichts mit dem Streit um Fischereirechte in den Gewässern vor Gibraltar zu tun. Zahlreiche Einwohner begrüßten das einlaufende Schiff und schwenkten Union-Jack-Fahnen. Insgesamt sollen vier Kriegsschiffe an der lange geplanten Routineübung im Mittelmeer teilnehmen.

Protest von Fischern

Am Sonntag hatten spanische Fischer mit ihren Kuttern auf dem Meer gegen die Führung Gibraltars protestiert. Die Regierung des britischen Überseegebietes hatte 70 große Betonblöcke ins Meer gelassen und damit ein künstliches Riff erzeugt. Nach Angaben der Regierung war dies nötig, um die Fanggründe vor Gibraltar zu sichern. Die spanische Seite beklagt, ihr werde dadurch illegal der Zugang zu reichen Fischgründen verwehrt. Madrid reagierte mit verschärften Grenzkontrollen bei der Einreise aus Gibraltar und begründete dies unter anderem mit Angst vor Zigarettenschmuggel.

In dem seit Wochen andauernden Streit hatte der britische Premierminister David Cameron die Europäische Union aufgefordert, möglichst rasch Beobachter nach Gibraltar zu schicken. Die teilweise stundenlangen Wartezeiten an der Grenze seien unverhältnismäßig und ein Verstoß gegen die Reisefreiheit in der EU.

Der Felszipfel an der Südspitze der Iberischen Halbinsel ging 1713 dauerhaft von Spanien an Großbritannien über, allerdings erkennt Madrid die britische Herrschaft über das 6,8 Quadratkilometer kleine Territorium mit dem markanten Felsen in der Mitte nicht an und verlangt dessen Rückgabe.

syd/dpa/AP



insgesamt 37 Beiträge
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Einweckglas 19.08.2013
1. Affenfelsen
Jedem Affenfelsen...seine Bedeutung. Allerdings kann man die Wut der spanischen Fischer sehr gut verstehen, sollten die Gewaesser doch eigentlich Spanien zugeschlagen und die Briten nur eine Passiererlaubnis bekommen. Typisch fuer die Briten, die dort eigentlich nichts zu suchen haben, bzw . eigentlich nur ein Steuerparadis betreiben. Muss ja jeden ehrlichen Fischer ankotzen...so etwas!
Herzbubi 19.08.2013
2. das ist alles Wahlkampf
beide Regierungschef haben schlechte Umfragewerte da wird mal ganz schnell mit dem Säbel gerasselt. Ich empfehle den beiden ein gemeinsames Paellaessen.
Worldwatch 19.08.2013
3. Bloss gut ...
... dass dieser Territoriumstreit keinen Bezug zur "EU" aufweist.
Benjowi 19.08.2013
4. Hat alles zwei Seiten.
Aktuell wurden solche "Schikanen" ja auch von den Briten zu Lasten des offensichtlich völlig unschuldigen Partners eines Journalisten mit 9stündigem Festsetzen praktiziert-lustig, dass solche Dinge umgekehrt als Problem gesehen werden......Im Übrigen kann ich die Wut der spanischen Fischer gut verstehen, denn von Hoheitsgewässern für Gibraltar ist im Vertrag von Utrecht nix zu finden-somit liegen die ominösen Betonblöcke ja wohl in spanischen Hoheitsgewässern.
zh1006 19.08.2013
5. Gut für die Fische,
schlecht für Europa. Wieder so ein sonderbarer Sonderweg der Briten, der eher an das 18. Jh. erinnert, als an das 21.
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