Britische Presse Blair ist Pate von Murdochs Tochter

Die Verflechtung zwischen dem umstrittenen Medienmogul Murdoch und der Politik in Großbritannien ist offenbar enger als gedacht. Ex-Premier Tony Blair ist wohl auch privat mit Murdoch verbunden. Mehrere Zeitungen berichten, er sei Patenonkel einer Murdoch-Tochter.
Ex-Premier Blair: enge Beziehung zur Murdoch-Familie

Ex-Premier Blair: enge Beziehung zur Murdoch-Familie

Foto: Julien Warnand/ picture alliance / dpa

London - Die Beziehung zwischen Tony Blair und Rupert Murdoch war offenbar nicht aufs Berufliche beschränkt. Britische Zeitungsmeldungen legen nahe, dass der frühere britische Premier und der umstrittene Medienzar auch enge private Kontakte haben. Den Berichten zufolge ist Blair Patenonkel einer der beiden Töchter Murdochs.

Laut "Daily Telegraph" vom Montag soll er bei der gemeinsamen Taufe der heute acht und neun Jahre alten Mädchen im Jahr 2010 an den Ufern des Flusses Jordan dabei gewesen. Blair habe in Weiß gekleidet an der Zeremonie teilgenommen, sei aber auf keinem offiziellen Foto zu sehen. Blair sei neben den australischen Schauspielern Nicole Kidman und Hugh Jackman Taufpate der neunjährigen Grace.

Der Bericht geht zurück auf ein Interview mit dem Modemagazin "Vogue" (Oktoberausgabe). Darin sagt Murdochs Frau Wendi, dass "Mr. Blair" bei der Taufe war und einer der "engsten Freunde" ihres Mannes sei. Wendi ist die dritte Frau Murdochs.

Ein Sprecher von Blair äußerte sich zunächst nicht. Im Umfeld des Ex-Premiers wurde jedoch bestätigt, dass er Pate von Grace sei. Die "Vogue" hatte das Interview mit Wendi Murdoch dem "Daily Telegraph" nach eigenen Angaben exklusiv zur Verfügung gestellt, am Montag griffen es jedoch weitere britische Zeitungen auf.

Blair war wiederholt wegen seiner Nähe zum Chef des US-Medienkonzerns News Corp. in die Kritik geraten. Über den Zweig News International ist Murdoch unter anderem mit dem Massenblatt "The Sun" und der "Times" auf dem britischen Medienmarkt präsent. Das Sonntagsblatt "News of the World" war im Juli eingestellt worden. Journalisten der Boulevardzeitung sollen Polizisten bestochen und Telefonate von tausenden Menschen abgehört haben, darunter von zahlreichen Prominenten.

Der Skandal hatte auch die britische Regierung unter Druck gesetzt, insbesondere weil Premierminister David Cameron den früheren Chefredakteur von "News of the World", Andy Coulson, als Pressechef eingestellt hatte. Cameron musste auch einräumen, binnen 15 Monaten 26 Mal die Führung des Konzerns getroffen zu haben, der seinen Wahlkampf unterstützt hatte. Sein Finanzminister kam 16 Mal mit der News-Corp-Führung zusammen.

ler/dpa/AFP
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