Desaster für Farage Schotten vertreiben Protestpartei-Chef aus Pub

In England surft die britische Unabhängigkeitspartei Ukip auf einer Erfolgswelle, doch in Schottland sieht es anders aus: Ein Trip von Parteichef Farage endete mit einem PR-Desaster - er wurde von Demonstranten aus einem Pub vertrieben und beklagte sich über den "Hass", der ihm entgegenschlug.

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So schnell wird Nigel Farage wohl nicht mehr nach Schottland fahren. Der Chef der britischen Unabhängigkeitspartei (Ukip) wurde am Donnerstag in Edinburgh in einem Pub von Demonstranten umzingelt. Sie hielten ein Transparent für die Unabhängigkeit Schottlands in die Höhe und schrien: "Rassist, geh zurück nach England!"

Farage wollte eigentlich eine Pressekonferenz abhalten, doch dann musste er von der Polizei in Sicherheit gebracht werden. Als er später zu dem Zwischenfall vom lokalen BBC-Radiosender befragt wurde, war er so verärgert über die Fragen, dass er den Telefonhörer auflegte.

"Wenn das das Gesicht des schottischen Nationalismus ist, ist es ziemlich hässlich", sagte Farage. Die Demonstranten seien "faschistischer Abschaum" und "voller Hass gegen Engländer".

Der unfreundliche Empfang in Schottland steht in starkem Kontrast zu den Jubelschlagzeilen, die der 49-Jährige seit Wochen in der englischen Presse erhält. Ukip hatte bei den Kommunalwahlen im ländlichen England vor zwei Wochen überraschend gut abgeschnitten. Die Protestpartei, die auf Einwanderer, Sozialbetrüger und das politische Establishment schimpft, hatte bei allen etablierten Parteien gewildert. Farage lässt sich seither als Volksheld feiern.

Beschwingt von dem Erfolg, will Ukip nun auch in Schottland Wurzeln schlagen. Hier spielt die Splitterpartei, die für den Austritt Großbritanniens aus der EU eintritt, bislang keine Rolle. Laut der jüngsten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos Mori würden nur zwei von 1001 Befragten Ukip wählen.

Farage war in Edinburgh, um den Wahlkampf für eine Nachwahl in Aberdeen vorzubereiten. Doch seine Pressekonferenz im Canon's Gait Pub in der Innenstadt wurde von Studenten unterbrochen. Der Kneipenwirt wollte keinen Ärger und schmiss alle raus: Farage, die Journalisten und die Demonstranten. Draußen stieg Farage in ein Taxi, doch ein Demonstrant im Rollstuhl blockierte den Weg. Schließlich wurde er in einem Polizeiwagen weggebracht.

In einem Radio-Interview beklagte sich der Ukip-Chef über die Aggressivität der Protestierer. Aber auch die Fragen des Interviewers von BBC Radio Scotland fand er unangemessen kritisch. Als dieser ihn fragte, wie viele gewählte Vertreter Ukip denn in Schottland habe, reichte es Farage. "Absolut keinen", sagte er. Dann fügte er hinzu, so viel Hass sei ihm noch nie entgegengeschlagen - und legte den Hörer auf.



insgesamt 83 Beiträge
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kampftier 17.05.2013
1. Dann ist es "jetzt" an der Zeit ...
Zitat von sysopDPAIn England surft die britische Unabhängigkeitspartei Ukip auf einer Erfolgswelle, doch in Schottland sieht es anders aus: Ein Trip von Parteichef Farage endete mit einem PR-Desaster - er wurde von Demonstranten aus einem Pub vertrieben und beklagte sich über den "Hass", der ihm entgegenschlug. http://www.spiegel.de/politik/ausland/britische-protestpartei-ukip-farages-desastroeser-schottland-trip-a-900523.html
sich Gedanken drüber zu machen Mr.Farage ....
gruenertee 17.05.2013
2.
Ich gratuliere den Schotten. Farage ist das hässliche Gesicht des Nationalimus des 20. Jh.
si tacuisses 17.05.2013
3. oder für SPON,
Zitat von kampftiersich Gedanken drüber zu machen Mr.Farage ....
mit welch miesen Methoden man noch die Euroskeptiker als linientreue ReGIERungspresse denunzieren will.
kuntakinte 17.05.2013
4. retourkutsche
Zitat von sysopDPAIn England surft die britische Unabhängigkeitspartei Ukip auf einer Erfolgswelle, doch in Schottland sieht es anders aus: Ein Trip von Parteichef Farage endete mit einem PR-Desaster - er wurde von Demonstranten aus einem Pub vertrieben und beklagte sich über den "Hass", der ihm entgegenschlug. http://www.spiegel.de/politik/ausland/britische-protestpartei-ukip-farages-desastroeser-schottland-trip-a-900523.html
soso, einer der hass predigt, ist darüber verbittert das man ihm hass gegenüber bringt. wenn das mal kein bumerang war herr farage.
wusel8 17.05.2013
5. Tja, lieber Nigel ...
Wer Ressentiments sät, wird Ressentiments ernten ...
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