Britische Rechtsradikale Verdeckter Aufruf zur Ermordung von Muslimen

Eine "niederträchtige und bösartige Religion" sei der Islam, eine Moschee gehöre gesprengt und die Gläubigen erschossen - mit diesen Aussagen dokumentiert ein Film der BBC die rechtsradikale British National Party. Der Beitrag hat schon vor der Ausstrahlung Empörung ausgelöst.

Hamburg - Sechs Monate lang hatte sich der BBC-Reporter Jason Gwynne in die British National Party (BNP) eingeschleust und den Film, der heute Abend ausgestrahlt werden soll, heimlich gedreht. Herausgekommen sind schockierende Szenen, in denen Parteimitglieder zur Ermordung von Muslimen aufrufen. Einer von ihnen erklärte, er wolle am liebsten eine Moschee in der nordenglischen Stadt Bradford (Yorkshire) mit einer Rakete in die Luft sprengen und die Gläubigen mit "einer Millionen Kugeln" erschießen.

BNP-Chef Nick Griffin nennt den Islam in dem Film eine "niederträchtige und bösartige Religion". Solche und ähnliche Aussagen haben bei muslimischen Würdenträgern und Politikern Entsetzen ausgelöst. Bari Malik von der Muslimischen Vereinigung in Bradford zeigte sich "schockiert, aber nicht überrascht" über die Inhalte des Films, der in Auszügen bereits gezeigt wurde.

Die BNP zeige ihr "wahres Gesicht". Malik forderte den britischen Innenminister David Blunkett auf, die BNP zu verbieten. Die Labour-Abgeordnete Ann Cryer meinte, mit dem Film werde die Behauptung der BNP entlarvt, eine "ganz normale Partei" zu sein. "Sie hassen Menschen mit einer anderen Religion und Hautfarbe."

Nach Angaben von Bari Malik herrscht in Bradford, wo viele Menschen indischer und pakistanischer Abstammung leben, eine "Atmosphäre der Angst", seitdem die BNP bei den Kommunalwahlen vom 10. Juni vier Sitze im Stadtrat gewonnen hat. Im Nordwesten Englands gewann die BNP bei den Wahlen einen Stimmenanteil von 6,4 Prozent. Bei den Europawahlen erzielte die Partei 5,2 Prozent der Stimmen.