Extrem-Manöver in Norwegen Kriegsspiele bei minus 22 Grad

Die Soldaten gehen durch die weiße Hölle: Im Norden Norwegens schickt die britische Armee ihre Einheiten durch ein brutales Schneetraining. Als Belohnung für die Tortur winken atemberaubende Polarlichter - und ein großer Schluck Whisky.

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London - Das Motto der Mission verheißt nichts Gutes: "Wenn du hier überlebst, überlebst du überall." Unter diesem Leitspruch haben rund 40 britische Soldaten am Polarkreis ausgiebige Extremerfahrungen gemacht. In Nordnorwegen veranstaltete die Armee die sogenannte Exercise Hairspring. Dahinter verbergen sich 14 Tage Kampftraining bei zweistelligen Minusgraden, Nachtruhe im selbstgebauten Iglu - und der Sprung in eiskalte Polarseen.

Die Berge bei Porsangmoen in der frostigen Region Finnmark bieten die perfekte Kulisse für die Torturen. Meterhoher Schnee, spärliche Besiedlung und äußerst lebensfeindliche Bedingungen - mehr konnten sich die Ausbilder kaum wünschen. Das sieht auch Lieutenant Colonel Graeme Fraser, Leiter der Mission, so. "Was man hier lernt, kann man überall anwenden. Es geht um übertragbare Fähigkeiten, die den Soldaten in allen Ländern der Welt nützen", sagte er laut der Internetseite news.uk.msn.

In diesem Jahr lagen die Temperaturen zwischen minus acht und minus 22 Grad. Der Wind sorgte für gefühlte Temperaturen von minus 50 Grad.

Einer der Höhepunkte - und ausnahmsweise nicht direkt auf andere Klimaregionen übertragbar - ist der Sprung in eisiges Wasser. Unter genauer Aufsicht werden die Soldaten durch ein Loch im Eispanzer eines Sees gezogen, mit Rucksack und Ausrüstung, versteht sich. Als kleine Entschädigung gab es für die Soldaten nach dem Eisbad einen ordentlichen Schluck aus dem Whiskyglas.

Bei allen Strapazen zeigten sich die meisten Teilnehmer begeistert von ihrer Mission im hohen Norden. Immerhin wurden sie vor der Nacht im Iglu mit einem besonderen Naturschauspiel überrascht. Die Region ist bekannt für ihre spektakulären Polarlichter.

Bei aller Romantik hat die Übung natürlich handfeste militärische Hintergedanken. Diese umreißt Colonel Rory Bruce, Leiter der Marine-Reservisten: "Der Kalte Krieg ist zwar vorbei. Doch nun müssen wir die Energiesicherheit unseres Landes garantieren." Damit spielt er auf die erheblichen Rohstoffreserven in den Polregionen an. "Wir müssen in diesen Bedingungen kämpfen und überleben können, um die Energiequellen zu verteidigen, auf die wir angewiesen sind."

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insgesamt 59 Beiträge
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pfeiffffer 11.03.2013
1. Es heißt immer noch..
"ordentlichen Schluck aus dem Whiskey-Glas." .. Whisky. Whiskey schreiben nur Kulturbanausen aus den ehemaligen Kolonien.
markeg 11.03.2013
2. Und wo ist die Nachricht?
Das das Soldatenleben auch in der britischen Armee romantisch ist? Oder sind das geheime Versuche, überschüssiges Testosteron einzufrieren?
allesblabla 11.03.2013
3. British English
Whiskey heisst auf Englisch (BE) 'Whisky'
ridgleylisp 11.03.2013
4. Na ja, für Irak-und Libyen-Einsätze...
....muss man sich ja gut vobereiten!
uspae2007 11.03.2013
5. oh Wunder
Für manche Armeen normaler Alltag bei - 40 Grad, für die Briten was besonderes !
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