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06. November 2017, 11:36 Uhr

Großbritannien

Tory-Politiker wirft Parteikollege sexuelle Belästigung vor

In Großbritannien hat ein weiterer konservativer Politiker seinen Posten aufgegeben. Ein Parteifreund hatte ihn zuvor wegen sexueller Belästigung beschuldigt.

Ein britischer Abgeordneter ist wegen Belästigungsvorwürfen von seinem Amt bei den Konservativen zurückgetreten. Der frühere Olympia-Ruderer Alex Story hatte zuvor seinem Parteikollegen Christopher Pincher öffentlich vorgeworfen, von ihm bei einem Treffen 2001 sexuell bedrängt worden zu sein.

Story schilderte den Vorfall so: Pincher habe ihn in sein Haus eingeladen, ihm einen Whiskey eingeschenkt, versucht, das Hemd auszuziehen und den Nacken massiert. Dabei habe er gesagt: "Du wirst es in unserer Partei weit bringen." Dann habe Pincher den Raum verlassen und sei nur mit einem Bademantel bekleidet zurückgekehrt. Er habe dann das Haus verlassen, sagte Story.

Pincher sagte, er könne sich nicht an das Treffen mit Story erinnern. "Was immer geschah oder nicht geschah oder gesagt wurde, war offensichtlich viele Jahre, bevor ich Parlamentarier wurde", verteidigte sich der Tory-Politiker. Bis die Sache geklärt sei, trete er freiwillig von seinem Amt als "Whip" (Einpeitscher) zurück und werde den Vorfall parteiintern und auch von der Polizei prüfen lassen. Die sogenannten Whips sorgen für Fraktionsdisziplin bei wichtigen Abstimmungen.

"Neue Kultur des Respekts"

Angesichts immer neuer Vorwürfe von sexueller Belästigung im Parlament rief Premierministerin Theresa May zu einer "neuen Kultur des Respekts" auf. "Wir müssen eine neue Kultur des Respekts im Zentrum unseres öffentlichen Lebens schaffen", wird May in einem vorab verbreiteten Redemanuskript für die Jahrestagung des Britischen Industrieverbandes (CBI) in London zitiert. Jeder sollte in einer sicheren Umgebung arbeiten können. An diesem Montagabend berät May mit den Vorsitzenden der anderen Parteien über Konsequenzen aus dem Skandal.

Fast täglich tauchen neue Beschuldigungen gegen Politiker in Großbritannien auf. Sie betreffen nicht nur Konservative, sondern auch die oppositionelle Labour-Partei und die Schottische Nationalpartei (SNP). Das Spektrum der Vorwürfe reicht von anzüglichen Nachrichten und körperlichen Übergriffen bis hin zu Missbrauch.

May hatte bereits in der vergangenen Woche erste Maßnahmen ergriffen und einen überarbeiteten Verhaltenskodex für die Konservativen vorgestellt. Für die Opfer wurde eine Beschwerde-Hotline eingerichtet.

cte/dpa

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