Afghanistan Bruder von Karzai tritt bei Präsidentschaftswahl an

Hamid Karzai darf sich nicht zum dritten Mal um das Amt des afghanischen Präsidenten bewerben. Nun will sein Bruder Qayyum den Posten übernehmen. Bei der Registrierung der Kandidaten kam es zu Tumulten.

Qayyum Karzai bei der Kandidaten-Registrierung: Bewerbung offiziell eingereicht
DPA

Qayyum Karzai bei der Kandidaten-Registrierung: Bewerbung offiziell eingereicht


Kabul - Er ist einer von 23 Kandidaten, trotzdem steht er schon jetzt im Mittelpunkt des Präsidentschaftswahlkampfes in Afghanistan: Qayyum Karzai, Bruder des Amtsinhabers Hamid Karzai. Am Sonntag hat er offiziell seine Bewerbung eingereicht, teilte die Unabhängige Wahlkommission (IEC) mit. Unter den Kandidaten sind außerdem Außenminister Zalmay Rassoul und der afghanische Intellektuelle Ashraf Ghani.

Vor der Wahlkommission gab es chaotische Szenen. Kandidaten und ihre Anhänger kamen unter schwerem Schutz und in gepanzerten Autos zu dem Gebäude. Mehrere hundert Polizisten sorgten für Sicherheit, nachdem es Drohungen und Anschläge der radikalislamischen Taliban gegeben hatte. Kandidat Ghani sagte: "Frieden, Stabilität, eine gute Regierung und der Kampf gegen Korruption sind unsere wichtigsten Ziele. Das ist auch die Hoffnung des Volkes."

Die dritte Präsidentenwahl seit dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001 ist für den 5. April 2014 geplant. Der amtierende Präsident Hamid Karsai darf nach der Verfassung nicht ein drittes Mal antreten. Zeitgleich mit der Präsidentenwahl finden auch die Wahlen für die Räte der 34 Provinzen statt.

Gleichzeitig hat die deutsche Bundeswehr nach zehn Jahren ihren Einsatz in der nordafghanischen Unruheprovinz Kunduz beendet. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) und Außenminister Guido Westerwelle (FDP) übergaben am Sonntag das Feldlager an die einheimischen Sicherheitskräfte. Das Hauptquartier in Masar-i-Scharif bleibt bestehen.

vks/dpa/AP/Reuters

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bababone 06.10.2013
1. Hauptache der Heroinhandel läuft
Da fehlen einem die Worte. Politischer wechsel ist nicht auszumachen. Mit 95 % der Weltweiten Heroin Produktion bleibt Afghanistan wohl weiterhin ein Land das den gesamten Globus vergiftet. Und der Westen hält die Hand drüber. Zitat aus Wikipedia: "Afghanistan ist der größte Opiumproduzent der Welt. Im Juli 2000 wurde der Opiumanbau durch das Taliban-Regime verboten, worauf die Opiumproduktion völlig einbrach und im Jahre 2001 fast auf null sank. Nach dem US-geführten Krieg stieg die Produktion wieder an und ist seit 2004 höher als in den Jahren zuvor.[80] 2006 betrug der Handel mit Opium 46 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Anbaufläche für Schlafmohn stieg seit der Beseitigung des Taliban-Regimes kontinuierlich, im Jahr 2006 erneut um 59 Prozent auf rund 193.000 Hektar." Der einzige Grund weswegen es sich hätte zu kämpfen gelohnt wird nicht angetastet.
artusdanielhoerfeld 06.10.2013
2. Sehr schön
So bleibt wenigstens alles in der Familie. Und die vielen Holzkisten mit Dollarnoten, die regelmäßig ins Ausland geflogen werden, können auf das gleiche Schweizer Konto eingezahlt werden.
ralphofffm1 06.10.2013
3. Nur ein Weg
bei diesen Failed States müssen wir der Inteligenzija Flucht und Rückzugsmöglichkeit geben damit sie eine Alternative ausserhalb der durch Korruption verseuchten Staaten aufbauen können.
rigos 06.10.2013
4. Vergesslichkeit ist Politik
Hamid Karzai wurde trotz nachgewiesenem Wahlbetrug von der EU und den USA als Präsident Afghanistans anerkannt. Mehr ist zu diesem Thema nicht zu sagen.
t.h.wolff 07.10.2013
5.
Zitat von bababoneDa fehlen einem die Worte. Politischer wechsel ist nicht auszumachen. Mit 95 % der Weltweiten Heroin Produktion bleibt Afghanistan wohl weiterhin ein Land das den gesamten Globus vergiftet. Und der Westen hält die Hand drüber. Zitat aus Wikipedia: "Afghanistan ist der größte Opiumproduzent der Welt. Im Juli 2000 wurde der Opiumanbau durch das Taliban-Regime verboten, worauf die Opiumproduktion völlig einbrach und im Jahre 2001 fast auf null sank. Nach dem US-geführten Krieg stieg die Produktion wieder an und ist seit 2004 höher als in den Jahren zuvor.[80] 2006 betrug der Handel mit Opium 46 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Anbaufläche für Schlafmohn stieg seit der Beseitigung des Taliban-Regimes kontinuierlich, im Jahr 2006 erneut um 59 Prozent auf rund 193.000 Hektar." Der einzige Grund weswegen es sich hätte zu kämpfen gelohnt wird nicht angetastet.
Genau. So lange Drogengeld en masse kursiert und die Gesellschaft korrumpiert, wird kein System der Welt eine stabile bürgerliche Gesellschaft entwickeln, dafür sorgen die Kartelle und ihr zersetzender Einfluß. An eine FdGO braucht man da nicht einmal zu denken. Aber der Sinn dieses Einsatzes war ohnehin nur die Legendenbildung, daß "The War on Terror"(TM) nicht auf die Kontrolle der letzten verbleibenden Primärenergieressourcen zielt, sondern auf nation building. Schade um jeden deutschen Soldaten, den die armchair generals im Reichstag in diesem Hexenkessel verheizt haben.
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