Brüchige Waffenruhe Israel droht nach Gaza-Rakete mit Vergeltungsschlag

Die Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas wird immer wieder verletzt: In der israelischen Stadt Aschkelon schlug erneut eine Rakete aus dem Gaza-Streifen ein. Israel bereitet einen Vergeltungsschlag vor.

Jerusalem - Nach einem neuerlichen Raketenangriff aus dem Gaza-Streifen bereitet Israel offenbar einen Vergeltungsschlag vor. Bewohner der Stadt Rafah teilten mit, sie hätten eine SMS-Warnung der israelischen Streitkräfte mit der Aufforderung erhalten, wegen eines bevorstehenden Luftangriffs ihre Häuser zu verlassen.

Bei dem Raketenangriff am Dienstagmorgen auf die israelische Stadt Aschkelon wurde erstmals eine Grad-Rakete mit größerer Reichweite eingesetzt. In der 122.000 Einwohner zählenden Stadt wurde niemand verletzt. Aschkelon liegt etwa zwölf Kilometer vom Gaza-Streifen entfernt und kann mit den von palästinensischen Extremisten üblicherweise verwendeten improvisierten Geschossen nicht erreicht werden. Die über Ägypten in den Gaza-Streifen geschmuggelten Grad-Raketen, die in Fabriken produziert werden, haben jedoch eine größere Reichweite.

Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert, Außenministerin Zipi Livni und Verteidigungsminister Ehud Barak berieten anschließend über das weitere Vorgehen. "Die Hamas spielt mit dem Feuer und sie allein wird für die Zerstörung der Waffenruhe verantwortlich sein", sagte Regierungssprecher Mark Regev. Die internationale Gemeinschaft werde erkennen, dass eine neue Eskalation "das direkte Ergebnis des extremistischen, unverantwortlichen und nihilistischen Verhaltens der Hamas" sei.

Die am 18. Januar von beiden Seiten erklärte Waffenruhe ist immer wieder von sporadischen Raketenangriffen gestört worden. Am Sonntag schlugen mehr als zwölf Raketen und Granaten in Israel ein. Danach griffen israelische Kampfflugzeuge Ziele im Gaza-Streifen an. Ein militanter Palästinenser wurde dabei in seinem Auto getötet.

Die israelische Regierung steht unter dem Druck der bevorstehenden Parlamentswahl am 10. Februar. In den Umfragen führt die Likud-Partei von Oppositionsführer Benjamin Netanjahu, der für ein hartes militärisches Vorgehen gegen die Palästinenser eintritt.

Trotz der israelischen Seeblockade des Gaza-Streifens brach am Dienstag in der libanesischen Hafenstadt Tripoli ein Frachter mit 60 Tonnen Medikamenten und Nahrungsmitteln auf. An Bord des unter togoischer Flagge fahrenden Schiffs "Tali" sind acht Aktivisten und Journalisten. Das Schiff steuert erst den zyprischen Hafen Larnaca für eine Inspektion an, ehe es Kurs auf Gaza nehmen will.

amz/dpa/AFP/AP

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.