Anschläge in Brüssel Justiz leitet Verfahren gegen vier Terrorverdächtige ein

Sechs Männer hat die Polizei nach den Anschlägen von Brüssel festgenommen - gegen vier von ihnen läuft jetzt ein Ermittlungsverfahren.

Polizisten bei Brüssel
REUTERS

Polizisten bei Brüssel


Sie sollen Mitglieder einer Terrororganisation sein: Diesen Verdacht haben die belgischen Behörden nach den jüngsten Festnahmen nun offiziell gegen vier Männer erhoben. Gegen Mohamed Abrini werde im Zusammenhang mit den Pariser Anschlägen vom November wegen "terroristischen Mordes" sowie der "Teilnahme an Aktivitäten einer terroristischen Gruppe" ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Es sei jedoch noch unklar, ob es sich bei Abrini auch um den gesuchten Verdächtigen vom Brüsseler Flughafen Zaventem, den "Mann mit Hut" handelt, hieß es in der Erklärung weiter. Der mutmaßliche Täter war neben den beiden späteren Selbstmordattentätern bei den Anschlägen im März gesehen worden.

Bei dem festgenommenen Verdächtigen Osama K. handle es sich um den zweiten Mann aus der Brüsseler U-Bahn-Station, erklärte die Staatsanwaltschaft weiter. Gegen ihn werde ebenfalls wegen "terroristischen Mordes" ermittelt. Der gesuchte Verdächtige war gemeinsam mit dem Attentäter gesehen worden, der sich am 22. März in einer U-Bahn im Brüsseler Europaviertel in die Luft sprengte.

Ebenfalls ermittelt wird nun offenbar gegen Bilal El Makhoukhi, der am Freitag als sechster Verdächtiger festgenommen worden war. Der Mann war vergangenes Jahr wegen Mitgliedschaft in der Islamisten-Organisation "Sharia4Belgium" zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Er sei aber vorzeitig freigekommen, berichteten belgische Medien. Außerdem steht offiziellen Angaben zufolge Herve B.M. unter Terrorverdacht. Zwei weitere Männer sollen wieder freigelassen worden sein.

Am Samstag hatte die Polizei mehrere Wohnungen im Zentrum Brüssels durchsucht. Weitere Festnahmen gab es offenbar nicht.

Amateurvideo soll Abrinis Festnahme zeigen

kev/AFP

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