Brunhilde Pomsel Goebbels' Sekretärin gestorben

Bis zum Ende des Nationalsozialismus arbeitete Brunhilde Pomsel direkt für Propagandaminister Joseph Goebbels, vom Holocaust will sie nichts mitbekommen haben. Nun ist die 106-Jährige laut AP gestorben.
Brunhilde Pomsel

Brunhilde Pomsel

Foto: Matthias Balk/ picture alliance / dpa

Die ehemalige Sekretärin des NS-Propagandaministers Joseph Goebbels ist tot. Brunhilde Pomsel starb nach Angaben der Nachrichtenagentur AP vergangene Woche in einem Altersheim bei München. Sie wurde 106 Jahre alt.

Pomsel hatte von 1942 bis zum Ende des Nationalsozialismus im "Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda" als eine der bis zu sechs Vorzimmerdamen von Goebbels und dessen Staatssekretär gearbeitet. Laut "Süddeutscher Zeitung" gehörte sie zum "engsten Zirkel um Hitlers Hetzer". 2011 wurde ihre Geschichte in dem Film "Eine deutsches Leben" dokumentiert. Der Regisseur des Films, Christian Kroenes, habe den Tod Pomsels bestätigt, so AP.

In dem Dokumentarfilm behauptet sie, nichts vom Massenmord an sechs Millionen Juden gewusst zu haben. "Nichts haben wir gewusst, es ist alles schön verschwiegen worden, und das hat funktioniert", sagt sie. "Ich könnte keinen Widerstand leisten", sagt Goebbels' Sekretärin im Film, "ich bin zu feige." Für sie seien Job und Wohlstand vorgegangen, außerdem habe sie dazugehören wollen. Pomsel trat bereits 1933 in die NSDAP ein. (Lesen Sie hier mehr über Brunhilde Pomsel und ihre Erinnerungen an ihre Arbeit für Goebbels. )

Nach Kriegsende war Pomsel fünf Jahre in sowjetischer Gefangenschaft. Danach fing sie beim Südwestfunk an und arbeitete später als Chefsekretärin des ersten ARD-Koordinators Lothar Hartmann.

brk/AP
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