Bündnishilfe "Nato wird keine führende Rolle spielen"

Die Nato-Staaten haben den konkreten Anfragen der USA für Hilfsleistungen bei der Vergeltung der Terroranschläge vom 11. September zugestimmt. "Das ist ein Akt der Solidarität", sagte George Robertson, Generalsekretär des Bündnisses.


Die Nato hilft: Generalsekretär George Robertson
REUTERS

Die Nato hilft: Generalsekretär George Robertson

Brüssel - Die Nato werde beim Vergeltungsschlag der USA keine führende Rolle spielen, sagte Robertson. "Die Nato hat nicht die Führung, die Führung liegt bei den USA." Wie die Amerikaner gegen die Urheber der Anschläge vorgehen wollen, sei noch völlig offen: "Die USA haben noch nicht entschieden, wie sie auf die Anschläge antworten wollen." Robertson widersprach damit Spekulationen, ein Militärschlag stehe unmittelbar bevor. Eine militärische Antwort könnte sich aber nicht nur auf die al-Qaida-Organisation des Fundamentalisten Osama Bin Laden beschränken.

Zu den insgesamt acht vom Nato-Rat akzeptierten Maßnahmen gehören unter anderem eine engere Zusammenarbeit der Geheimdienste, erhöhter Schutz von US-Einrichtungen und die Bereitstellung von Awacs-Systemen zur Luftüberwachung.

Außerdem beschloss das höchste Gremium des Bündnisses die Unterstützung von Verbündeten und anderen Staaten, die im Zuge ihrer Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus verstärkt Ziel von Anschlägen sein könnten. Hiermit könnten beispielsweise auch finanzielle Hilfe für Pakistan gemeint sein.

Die Nato will zudem Truppen ersetzen, die direkt für Anti-Terrorismus-Operationen benötigt werden. Robertson erwähnte in diesem Zusammenhang die derzeitige Nato-Operation "Amber Fox" auf dem Balkan. So würden dort stationierte US-Einheiten im Falle des Abzugs durch Einheiten der Verbündeten ersetzt.

Außerdem wird den Luftstreitkräften der USA und der Verbündeten der Luftraum zum Überflug freigegeben, sofern dies für Operationen gegen den Terrorismus notwendig ist. Gleichzeitig bekommen die Vereinigten Staaten Zugang zu den Häfen und Militärflugplätzen auf dem Territorium der Nato-Staaten. Das Bündnis ist angeblich auch bereit, Kriegsschiffe in das östliche Mittelmeer zu verlegen, um dort Präsenz zu demonstrieren.

Die Entscheidungen des Nato-Rates seien auf Anfrage der USA erfolgt und als direkte Folge des eingetretenen Bündnisfalles, sagte Robertson. Nach Artikel fünf des Nato-Vertrages sind alle Mitglieder des Bündnisse zum Beistand für ein angegriffenes Partnerland verpflichtet.



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