Bürgerkrieg in Syrien 15 Palästinenser in Flüchtlingslager verhungert

Die Lage der Flüchtlinge in Syrien wird immer katastrophaler: In einem Flüchtlingscamp sollen in den vergangenen drei Monaten 15 Menschen verhungert sein. Weitere 20.000 Menschen sind dort noch eingeschlossen, die Uno befürchtet eine dramatische Verschlimmerung.
Eingang zu Flüchtlingscamp in Syrien: Nahrungsmittel und Medikamente fehlen

Eingang zu Flüchtlingscamp in Syrien: Nahrungsmittel und Medikamente fehlen

Foto: GEORGE OURFALIAN/ REUTERS

Gaza - In einem von der syrischen Armee eingekesselten Lager mit palästinensischen Flüchtlingen in Damaskus sind nach Angaben der Uno seit September mindestens 15 Menschen verhungert. Am Wochenende seien Berichte über fünf neue Hungertote in dem Camp Jarmuk eingegangen, womit die Zahl der Todesopfer durch Unterernährung auf mindestens 15 gestiegen sei, erklärte das Uno-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA).

In dem Camp sind rund 20.000 Palästinenser ohne ausreichende Nahrungsmittel und Medikamente eingeschlossen. Seit September sei das Lager für Hilfstransporte nicht mehr erreichbar, sagte UNRWA-Sprecher Chris Gunness. Gunness warnte vor einer dramatischen Verschlechterung der Lage in dem Lager. Die anhaltende Präsenz bewaffneter Gruppen und die Blockade durch Regierungstruppen durchkreuze alle humanitären Bemühungen, sagte er.

Syrien wird seit fast zwei Jahren von einem Bürgerkrieg beherrscht, in dem sich Gegner von Präsident Baschar al-Assad gegen die Regierung auflehnen. Die amtliche Nachrichtenagentur Sana berichtete am späten Sonntagabend, dank der "Anstrengungen der syrischen Armee" sei es dem Sozialministerium gelungen, mehr als 5000 eingeschlossene Zivilisten aus der Stadt Adra nahe Damaskus in Sicherheit zu bringen. Die Menschen seien von Aufständischen "blockiert" worden und nun an einem sicheren Ort, hieß es. Worum genau es sich bei der "Blockade" handelte, blieb offen.

ade/AFP