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12. März 2014, 12:42 Uhr

Bürgerkrieg in Syrien

Dschihadisten töten 22 Gefangene in Aleppo

Nach heftigen Gefechten in der syrischen Provinz Aleppo haben Islamisten 22 Menschen ermordet. Das berichten Augenzeugen. Eine Gruppe von Terroristen hat demnach ihre Opfer "hingerichtet", unter ihnen einen 16-Jährigen.

Aleppo - Dschihadisten haben in Nordsyrien am Dienstag mindestens 22 Menschen getötet. Das berichtet die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Kämpfer der Miliz "Islamischer Staat in Syrien und Irak" (Isis) hätten ihre Opfer erschossen oder erstochen. Zuvor übernahmen die Isis-Kämpfer demnach die Kontrolle über einen Bezirk nahe Dscharabulus unweit der türkischen Grenze.

Laut Augenzeugen sei die Gruppe von Terroristen unter der Führung von Abu Omar in al-Schujuch nahe der Stadt Dscharabulus eingefallen. Sie hätten nach Gefechten zwölf gefangene Kämpfer einer Rebellenbrigade und zehn Angehörige eines Stammes, der gegen Isis gekämpft habe, "hingerichtet". Unter den Getöteten: ein 16-jähriger Junge. Die Beobachtungsstelle mit Sitz in London stützt ihre Angaben auf ein Netzwerk in Syrien. Von unabhängiger Seite sind die Berichte kaum überprüfbar.

Die Gruppe Isis hat ihre Wurzeln im Irak. Die Kämpfer der Gruppe sind seit dem vergangenen Jahr ein wichtiger Faktor im syrischen Bürgerkrieg. Nachdem sie zunächst gegen die Truppen von Staatschef Baschar al-Assad vorgingen, stehen sie mittlerweile zunehmend in Gegnerschaft zu anderen Rebellengruppen.

Bei Kampfhandlungen wurden im syrischen Bürgerkrieg unbestätigten Angaben von Menschenrechtsaktivisten zufolge bereits mehr als 140.000 Menschen getötet. Die Revolte begann Mitte März 2011 mit friedlichen Protesten gegen die Regierung von Staatschef Baschar al-Assad, die gewaltsam niedergeschlagen wurden.

vek/dpa/AFP

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