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24. Dezember 2013, 21:45 Uhr

Krise in Afrika

Uno schickt mehr Blauhelme in den Südsudan

Die Gewalt im Südsudan eskaliert. Jetzt hat der Uno-Sicherheitsrat eine deutliche Aufstockung der Friedenstruppen beschlossen. Einstimmig verabschiedete das Gremium eine entsprechende Resolution. Die 7000 Soldaten bekommen Verstärkung durch 5500 weitere Blauhelme.

New York - Der Uno-Sicherheitsrat hat beschlossen, die Zahl der Blauhelm-Soldaten im Südsudan deutlich zu erhöhen. Künftig wird die Unmiss-Truppe fast doppelt so groß sein wie bisher. 12.500 Soldaten sollen die Zivilbevölkerung in dem von Bürgerkrieg geplagten Land schützen, bislang waren es 7000. Auch die Zahl der Uno-Polizisten wird erhöht, von rund 900 auf 1323.

Die rund 5500 zusätzlichen Soldaten werden von anderen Uno-Missionen in Afrika - unter anderem aus dem Kongo, Darfur und der Elfenbeinküste - abgezogen. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte dem Sicherheitsrat den Vorschlag zur Erhöhung der Truppen vorgelegt, die 15 Mitglieder stimmten ihm in einer Dringlichkeitssitzung einstimmig zu. Die Vereinten Nationen wollen außerdem Kampfhubschrauber in den Südsudan verlegen.

Der Rat verurteilte die Gewalt gegen Zivilisten wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit. Die Mitglieder forderten Rebellen und Regierungstruppen dazu auf, die Kampfhandlungen umgehend einzustellen und Verhandlungen zu beginnen. Nach Einschätzungen der Vereinten Nationen sind in der vergangenen Woche Tausende Menschen getötet worden. Zuvor hatte die Uno bereits von Kriegsverbrechen in dem Land gesprochen.

Seit Beginn der Kämpfe vor gut einer Woche habe es Massenexekutionen gegeben, Menschen würden willkürlich verhaftet. "In den letzten Tagen sind massenweise außergerichtliche Tötungen und Angriffe auf Menschen allein wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit dokumentiert worden", sagte die Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay. Hunderte Zivilisten seien in den vergangenen Tagen bei Razzien in Juba verschleppt worden, mehrere hundert Angehörige der Polizeikräfte seien ebenfalls festgenommen worden. Ihr Schicksal ist unklar.

In dem erst 2011 gegründeten Staat war vor gut einer Woche ein Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem früheren Stellvertreter Riek Machar eskaliert, die den verfeindeten Volksgruppen der Dinka und Lou Nuer angehören. Seitdem eroberten die Aufständischen mehrere Städte, Hunderte Menschen wurden getötet, Zehntausende in die Flucht getrieben.

max/Reuters

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