Bulgarien Parlament wählt Ex-König zum neuen Ministerpräsidenten

Schneller EU- und Nato-Beitritt Bulgariens, Kampf gegen Korruption und Arbeitslosigkeit im eigenen Land - diese ehrgeizigen Ziele hat sich der neu gewählte Ministerpräsident Simeon gesteckt. Am Dienstag stellte er sein junges Kabinett vor.


Bulgariens neuer Ministerpräsident: Ex-König Simeon
AP

Bulgariens neuer Ministerpräsident: Ex-König Simeon

Sofia - Das bulgarische Parlament hat die neue Koalitionsregierung der Nationalen Bewegung von Ministerpräsident Simeon mit 147 zu 240 Stimmen gebilligt. Erstmals seit dem Sturz des Kommunismus 1989 ist die Partei der türkischen Minderheit (DPS) mit zwei Ministern vertreten. Die erst im April gegründete Nationale Bewegung des Ex-Königs Simeon hatte bei den Parlamentswahlen 120 der 240 Mandate errungen. Mit dem neuen Außenminister Solomon Passi, der auch Präsident des Atlantischen Clubs in Sofia ist, soll die außenpolitische Orientierung des Landes zum Beitritt zur Europäischen Union und zur Nato gewährleistet werden. Die Ministerien für Wirtschaft und Finanzen wurden an junge im Ausland ausgebildete Technokraten vergeben. Der 32-jährige Nikolaj Wassilew, der zuvor in London bei der Investitionsbank Lazard gearbeitet hatte, wurde Vize- Regierungschef und Minister für Finanzen. Milen Weltschew, 35, verließ die US-Bank Merrill Lynch, um das Wirtschaftsministerium zu übernehmen.

Zuvor hatte der 64-jährige Simeon, der aus dem deutschen Fürstenhaus Sachsen-Coburg-Gotha stammt, zugesagt, dass Bulgarien die Nato bei ihren Einsätzen in Krisengebieten - auch im früheren Jugoslawien - unterstützen wolle. Sofia erwarte eine Einladung zur Mitgliedschaft in der Nato beim Gipfel der Allianz im Jahr 2002 in Prag und rechne mit einem Nato-Beitritt in 2004.



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