Kims Onkel Bundesregierung kritisiert Hinrichtung Changs

Die Todesstrafe für den in Ungnade gefallenen Onkel Kim Jong Uns sorgt weltweit für Proteste: Die Bundesregierung nennt die Todesstrafe für Chang Song Thaek "kein angemessenes Mittel". Die USA finden schärfere Worte.

Kims Onkel Chang Song Thaek: In Ungnade gefallen und hingerichtet
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Kims Onkel Chang Song Thaek: In Ungnade gefallen und hingerichtet


Berlin - Die Bundesregierung hat die Hinrichtung von Chang Song Thaek, dem Onkel von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, kritisiert. "Die Todesstrafe ist nach Sicht der Bundesregierung kein angemessenes Mittel der Strafe", sagte der Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Schäfer.

Diese grundsätzliche Haltung gelte auch für andere Fälle. "Ansonsten gibt es zu den inneren Dingen in Nordkorea keinen Kommentar." Nach Berichten der nordkoreanischen Staatsmedien wurde der Funktionär wegen Hochverrats am Donnerstag zum Tode verurteilt und umgehend hingerichtet. Der 67-Jährige galt in Nordkorea lange Zeit als graue Eminenz des Regimes.

Chang wurde den offiziellen Angaben zufolge vorgeworfen, bereits seit dem Tod des früheren Machthabers und Vaters von Kim Jong Un, Kim Jong Il, im Dezember 2011 auf die Machtübernahme hingearbeitet zu haben. Chang, der bis vor kurzem noch Vizevorsitzender der mächtigen Nationalen Verteidigungskommission war und enge Kontakte zu China unterhielt, wurde in den nordkoreanischen Medien als "Verräter" und "abscheulicher menschlicher Abschaum, der schlimmer als ein Hund war", bezeichnet.

Das US-Außenministerium kritisierte die Hinrichtung noch schärfer als Berlin: Eine Sprecherin nannte sie ein Zeichen der "extremen Brutalität" des Regimes. Die US-Regierung verfolge die Vorgänge in Nordkorea sehr genau, sagte die Sprecherin.

Die südkoreanische Regierung sorgt sich angesichts der Vorgänge um die Stabilität des weithin abgeschotteten Nachbarlandes. "Wir werden uns auf alle Eventualitäten vorbereiten", sagte ein Sprecher des Vereinigungsministeriums in Seoul nach einem Treffen der für die Sicherheit des Landes zuständigen Minister.

ade/dpa



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