Inhaftierter Türkei-Korrespondent Bundesregierung besteht weiter auf Besuchen bei Deniz Yücel

Lange hat die Bundesregierung darum gekämpft, Deniz Yücel im Gefängnis konsularisch betreuen zu dürfen. Nach dem ersten Besuch erwartet Berlin nun, den Journalisten weiterhin bei Bedarf unverzüglich aufsuchen zu können.

Deniz Yücel sitzt in der Türkei im Gefängnis
DPA

Deniz Yücel sitzt in der Türkei im Gefängnis


Deniz Yücel sitzt seit sieben Wochen in einem Istanbuler Gefängnis. Am Dienstag besuchte der deutsche Generalkonsul den deutschtürkischen Journalisten erstmals in Haft. Die Bundesregierung mahnt nun an, dass dieser Besuch keine Ausnahme gewesen sein dürfe.

"Natürlich erwarten wir von der türkischen Seite, dass auch in Zukunft bei Bedarf Besuche der Inhaftierten ohne Verzögerung ermöglicht werden", sagte eine Vizeregierungssprecherin. Die türkischen Behörden werfen Yücel Volksverhetzung, Terrorpropaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und die von Ankara geächtete Gülen-Bewegung vor.

Ein Sprecher von Außenminister Sigmar Gabriel bekräftigte die Forderung nach einer Freilassung Yücels. Der Besuch am Dienstag sei ein erster Schritt gewesen, notwendig seien aber kontinuierliche Betreuung und eine Verbesserung der Haftbedingungen. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes sind derzeit außer Yücel noch fünf weitere Deutschtürken wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit dem Putschversuch vom Juli 2016 in Haft. Man arbeite mit Hochdruck daran, zu allen wieder Zugang zu erhalten, so der Sprecher weiter.

Yücel wird derzeit in Einzelhaft festgehalten, darf keine Post erhalten und keine Briefe schreiben. Am Mittwoch zeichnete der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) ihn mit einem Theodor-Wolff-Sonderpreis aus. Mit der Auszeichnung solle zugleich "im Geist von Theodor Wolff ein Zeichen für die Pressefreiheit gesetzt werden", die in der Türkei und an vielen anderen Orten der Welt mit Füßen getreten werde, hieß es zur Begründung.

dop/dpa



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