Westafrika Hubschrauber der Bundeswehr in Mali abgestürzt

Im Norden Malis ist ein deutscher Kampfhubschrauber abgestürzt. Er war Teil der Uno-Friedensmission in dem westafrikanischen Land. Hinweise auf einen Angriff gibt es bisher nicht.

"Tiger"-Helikopter der Bundeswehr (Archivbild)
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"Tiger"-Helikopter der Bundeswehr (Archivbild)

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Im Uno-Einsatz im Norden Malis ist ein Hubschrauber der Bundeswehr abgestürzt. Das erfuhr der SPIEGEL aus Bundeswehrkreisen. Ein Rettungsteam ist auf dem Weg. An Bord sollen zwei deutsche Piloten gewesen sein. Auch die Absturzursache ist noch ungeklärt.

Nach SPIEGEL-Informationen waren am Nachmittag (Ortszeit) zwei Hubschrauber vom Typ "Tiger" von der Uno zu einem Einsatz rund 150 Kilometer nördlich von Gao angefordert worden. Offenbar war dort ein Konvoi unter Feuer geraten, die Kampfhubschrauber sollten die Truppen am Boden unterstützen.

Warum einer der beiden deutschen Helikopter abstürzte, die jeweils mit zwei Piloten besetzt sind, ist derzeit noch unklar. In Bundeswehrkreisen hieß es, bisher gebe es keinerlei Hinweise auf einen Angriff vom Boden, folglich gehe man von einem technischen Defekt oder einem anderen Problem aus.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen brach wegen des Zwischenfalls einen Termin in Pöcking ab. Ein Sprecher der Bundeswehr sprach dort zunächst von einem "ernsten Zwischenfall in einem Einsatzland". Die Aufklärung dauere noch, weshalb man sich nicht zu Details äußern könne, hieß es am Mittwochabend.

Extremisten greifen immer wieder Uno-Truppen an

Der Norden Malis war 2012 vorübergehend in die Hände islamistischer Extremisten und anderer Rebellengruppen gefallen, sie konnten aber nach einer Intervention französischer Streitkräfte zurückgedrängt werden. Der Bundestag hatte im Januar beschlossen, den deutschen Einsatz in Mali auszuweiten. Demnach können sich bis zu 1000 deutsche Soldaten am etwa 15.000 Soldaten und Polizisten umfassenden Uno-Einsatz Minusma beteiligen. Aufgabe ist die Überwachung des Friedensabkommens zwischen der Regierung und den Rebellen.

Konkret schützen die Helikopter, die mit Luft-Boden-Raketen ausgestattet sind, Konvois und sollen bei Notfällen, also wenn Uno-Soldaten am Boden angegriffen werden, eingreifen.

Frankreich entsandte 2013 Truppen in seine frühere Kolonie, um islamistische Kämpfer zu vertreiben, die den Norden des Landes überrannt hatten. Seitdem halten sich 4000 französische Soldaten in der Region auf, um gegen die Islamisten zu kämpfen.

Gruppierungen wie al-Qaida terrorisieren den Norden Malis schon lange. Die Extremisten greifen dort immer wieder Uno-Friedenstruppen und malische Streitkräfte an. Es kommt aber auch zu Anschlägen im Zentrum und Süden, etwa im November 2015, als Terroristen das Radisson-Hotel in Bamako angriffen und rund 20 Menschen töteten.



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