Bundeswehr in Afghanistan Oberst Klein verteidigt Luftangriff

Nun spricht Georg Klein: Erstmals hat der Bundeswehr-Oberst sich zu seiner Entscheidung für das Bombardement von entführten Tanklastern in Afghanistan geäußert. Er verteidigte den tödlichen Angriff, zeigte aber auch Verständnis für eine Untersuchung.
Oberst Klein: "Nicht leichtgemacht"

Oberst Klein: "Nicht leichtgemacht"

Foto: Anja Niedringhaus/ AP

Berlin - "In den mehr als fünf Monaten habe ich eine große Verantwortung getragen, die mir mehrfach schwierige Entscheidungen abgefordert hat", sagte Klein der "Bild am Sonntag". "Ich habe mir jede einzelne dieser Entscheidungen - auch bei angeforderten Luftunterstützungen - niemals leichtgemacht, um diese auch im Nachhinein vor meinen Soldatinnen und Soldaten, den afghanischen Menschen und meinem Gewissen verantworten zu können." Es ist das erste Mal seit dem Luftangriff, der auch zivile Opfer gefordert haben soll, dass sich Klein öffentlich äußert.

Klein, der den Luftschlag auf zwei von den Taliban entführte Tanklastzüge am Freitag vergangener Woche angeordnet hatte, zeigte Verständnis für die Untersuchungen des Vorfalls. "Ich halte es für unbedingt notwendig und richtig, dass solche Untersuchungen durchgeführt werden, wenn Menschen ums Leben gekommen sind", sagte der Oberst, der das zivil-militärische Wiederaufbauteam der Internationalen Schutztruppe Isaf in Kunduz befehligt. "Jeder gefallene Isaf-Soldat und jeder getötete Zivilist ist einer zu viel." Am Sonntag wollte eine afghanische Kommission Präsident Hamid Karzai ihre Untersuchungsergebnisse vorlegen.

itz/dpa
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