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13. Dezember 2012, 13:43 Uhr

Afghanistan-Einsatz

Bundeswehr bekommt Kampfhubschrauber

Jahrelang mussten die Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan darauf warten, jetzt erhalten sie ihre ersten Kampfhubschrauber. Die beiden Helikopter vom Typ "Tiger" wurden am Flughafen Leipzig/Halle verladen. Sie sollen im Februar in den Einsatz gehen.

Leipzig - Bisher setzt die Bundeswehr nur Transporthubschrauber in Afghanistan ein, das ändert sich nun: Erstmals kommen auch Kampfhubschrauber am Hindukusch zum Einsatz. Die beiden Helikopter vom Typ "Tiger" wurden am Donnerstag am Flughafen Leipzig/Halle verladen. Sie werden mit dem Riesen-Transporter "Antonow" nach Masar-i-Sharif geflogen.

Die speziell für den Afghanistan-Einsatz aufgerüsteten Hubschrauber können Patrouillen aus der Luft begleiten, bei der Aufklärung helfen und bei Kämpfen unterstützen. "Sie sollen im Februar die ersten Einsätze fliegen können", kündigte der Kommandeur der Luftfahrzeugtechnik, Marcus Hartmann, an. Bereits für kommende Woche ist der Transport von zwei weiteren "Tigern" und im Frühjahr von vier Sanitätshubschraubern "NH-90" geplant. Das Ende des 2001 begonnenen Nato-Kampfeinsatzes ist für Ende 2014 geplant.

"Genau in dieser Phase, in der die Bundeswehr in der Fläche ausgedünnt wird, kommt Waffensystemen wie dem 'Tiger' eine große Bedeutung zu - vor allem zur Überwachung", sagte Hartmann. Die Helikopter werden zunächst eineinhalb Jahre in Afghanistan bleiben. Mit ihnen schickt die Bundeswehr 60 Soldaten in den Norden des Landes, darunter sechs Piloten. Weitere 60 Soldaten werden für die Sanitätshubschrauber entsendet.

Bisher waren die deutschen Streitkräfte auf die Hilfe amerikanischer "Black-Hawk"-Hubschrauber angewiesen, um ausreichend Schutz bei Bergungen von verletzten oder toten Kameraden zu haben. Nun kann die deutsche Armee auch aus der Luft kämpfen. "Dazu befinden sich schwere Maschinengewehre, steuerbare und nicht steuerbare Raketen an Bord", sagte Hartmann. Laut Pilot Ulrich Krautmann haben die Kanonen eine Reichweite von bis zu 1200 Meter. Die Bundeswehr hat ihm zufolge seit dem Sommer mit dem "Tiger" für Afghanistan geprobt. Für den Transport an den Hindukusch mussten unter anderem die Rotorblätter vom Hubschrauber abgebaut werden. Außerdem darf im Gerät kein Tropfen Öl und Diesel sein.

Mehr als 4500 deutsche Soldaten sind derzeit in der Region Afghanistan/Usbekistan als Teil der internationalen Sicherheits- und Aufbautruppe Isaf stationiert.

heb/dpa/dapd

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