Mögliche internationale Schutzzone Bundeswehr plant Syrien-Szenario mit 2500 Soldaten

Bisher weigert sich Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, Details für einen möglichen deutschen Militäreinsatz in Syrien zu nennen. Dabei hat die Bundeswehr-Führung nach SPIEGEL-Informationen bereits erste Pläne erstellt.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (im August im nordirakischen Kurdengebiet): Am Beispiel der Niederländer orientieren
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Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (im August im nordirakischen Kurdengebiet): Am Beispiel der Niederländer orientieren

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Die Bundeswehr könnte bei einem möglichen Syrien-Einsatz etwa 2500 Soldaten stellen. Nach Informationen des SPIEGEL haben die Militärplaner im Verteidigungsministerium für ihre Ressortchefin Annegret Kramp-Karrenbauer inzwischen grob überschlagen, was sie den europäischen Partnern anbieten könnte, sollte ihr Vorschlag einer internationalen Schutzzone im Norden Syriens umgesetzt werden.

REUTERS/ Michael Dalder
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Die Militärs gehen dabei von einem Szenario aus, das vorsieht, eine solche Zone in Sektoren von etwa 40 Kilometer Breite und 30 Kilometer Tiefe aufzuteilen. In einem dieser Sektoren könnten die Deutschen als sogenannte Rahmennation die Führung einer internationalen Truppe übernehmen und dafür selbst drei robuste Kampfbataillone stellen.

Die Militärplaner sprechen von dem "kompletten Paket", das sie dann bereitstellen würden: Aufklärer, Spezialeinheiten, "Boxer"-Radpanzer, schwere Bewaffnung, Panzerhaubitzen, Pioniere, Minenräumer. Auch die Luftunterstützung für die eigene Truppe traut sich die Bundeswehr zu, sowohl die Aufklärung mit "Tornado"-Kampfflugzeugen als auch eine bewaffnete Komponente mit "Eurofightern". In zwei Bereichen allerdings wäre man wohl auf Hilfe angewiesen: bei Hubschraubern und der Sanitätsversorgung.

Bisher ist die Bundeswehr meist auf unbegrenzte Zeit in einen Einsatz gezogen. Für das Syrien-Szenario schlagen die Bundeswehr-Planer vor, sich am Beispiel der Niederländer zu orientieren und den Einsatz von vornherein auf zwei Jahre zu begrenzen. Danach müssten andere Nationen ran. So lange aber könne die Bundeswehr einen Einsatz durchhalten, ohne ihre bisherigen Verpflichtungen zu vernachlässigen, heißt es im Verteidigungsministerium.

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insgesamt 247 Beiträge
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Seite 1
mannakn 25.10.2019
1. Das ist schon lustig....
...,das die Bundeswehr Geld für Planungen ausgibt für Einsätze nach denen wirklich niemand gefragt hat. Schön das der Steuerzahler für Frau Kramp-Karrenbauers Profilneurose aufkommen darf.
steinbock8 25.10.2019
2. Hirngespinst
Haben die nichts zu tun, oder warum beschäftigen sich mit Themen die so niemals kommen werden.
isar56 25.10.2019
3. Ist das jetzt
Verarsche? Welche Bundeswehr? Hubschrauber die vom ADAC ausgeliehen werden? Sicherheitszone, Friedensmissionen..... ich nenne es Krieg. Und den Frieden wird es Syrien ebenso wenig bringen wie Afghanistan. Dann glaube ich grade auch noch, dass CO2 Steuern zur Klimarettung verwendet werden. Inkompetentes, verwahrlostes ...... P...
mwroer 25.10.2019
4.
Interessant ... was ich jetzt ein bisschen vermisse im Artikel sind so die Detailinformationen die einen Artikel lesenswert machen wie die Nummer der UN Resolution oder einen Link auf das Schreiben der syrischen Regierung die Eure Truppen nach Syrien einlädt. Aber ich gehe davon aus dass SPON das nachliefert. - - - - - - Wir weisen darauf hin: Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe. Ein bisschen zu teasen erlauben wir uns. MfG Redaktion Forum
DüsselStone 25.10.2019
5. Planung um völkerrechtswidrige Annektion zu unterstützen!
Die sogenannte Schutzzone ist von der Türkei völkerrechtswidrig besetztes Gebiet im Staat Syrien. Die Bundeswehr soll also den Besatzer Türkei unterstützen und dessen Angriff auf syrisches Gebiet legalisieren. Wie krank ist das denn?
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