Mittelmeer Bundeswehr rettet fast 850 Flüchtlinge aus Seenot

Bei zwei Rettungsaktionen vor der Küste Libyens hat die Bundesmarine knapp 850 Flüchtlingen vor dem Tod bewahrt. Ein Versorgungschiff brachte die Verunglückten nach Italien.

Migranten nach ihrer Rettung in Vibo Marina in Süditalien
AFP/ Yara Nardi / Italian Red Cross

Migranten nach ihrer Rettung in Vibo Marina in Süditalien


Wie das Einsatzführungskommando mitteilte, war das Versorgungsschiff "Werra" ab Freitag vor der libyschen Küste im Einsatz und nahm zunächst 412 Menschen auf, die auf drei Schlauchbooten in Seenot geraten waren. Am Samstag wurden demnach noch einmal 432 Schutzsuchende gerettet. Die "Werra" brachte die 844 Flüchtlinge nach Italien.

Am Freitag hatte es bei einem bewaffneten Angriff auf ein Flüchtlingsboot vor Libyens Küste nach Angaben der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch mindestens vier Tote gegeben. Die libysche Marine bestreitet Vorwürfe, nach denen sie für den Vorfall verantwortlich war.

Knapp 6000 Flüchtlinge in 48 Stunden

Nach Angaben der italienischen Küstenwache wurden in den vergangenen 48 Stunden in mehreren Einsätzen etwa 5700 Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet. 14 Leichen seien geborgen worden, darunter die einer etwa 25 Jahre alten Schwangeren. Rund 460 Gerettete trafen am Sonntag in Neapel ein, weitere 3300 sollten nach Sizilien gebracht werden, wie die Nachrichtenagentur Ansa meldete.

"Wir können so nicht weitermachen, wir brauchen eine grundlegende Lösung", kritisierte Ministerpräsident Matteo Renzi am Samstag bei einem Besuch auf der Insel. Er forderte mehr Solidarität von den EU-Partnern. Erneut verlangte er finanzielle Konsequenzen für osteuropäische Länder, die sich weigern, Flüchtlinge aufzunehmen.

Zehntausende Menschen versuchen jedes Jahr die Flucht über das Mittelmeer nach Europa. Dieses Jahr kamen dabei bislang nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) etwa 3650 Menschen ums Leben.

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jme/AFP/dpa

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