Anschlag auf Hotel Bundeswehrverband fordert Kampftruppen für Mali

Der Bundeswehrverband setzt sich für ein stärkeres deutsches Engagement in Mali ein. Nach dem Angriff mutmaßlicher Dschihadisten auf ein Hotel in Bamako plädiert der Verband dafür, Kampftruppen dorthin zu schicken.

Einsatz in Mali: Derzeit hat die Bundeswehr 220 Soldaten dort
DPA

Einsatz in Mali: Derzeit hat die Bundeswehr 220 Soldaten dort


Als Reaktion auf die jüngste Attacke in Malis Hauptstadt Bamako hat der Bundeswehrverband die Entsendung "kampfkräftiger" deutscher Truppen in das westafrikanische Land gefordert. "Der Terrorakt von Bamako macht einmal mehr deutlich, dass sich der sogenannte 'Ring of Fire' von Afghanistan über Jemen, Syrien und den Irak bis nach Afrika erstreckt", sagte der Chef des Bundeswehrverbands, André Wüstner, dem "Tagesspiegel". Angreifer stürmten am Freitag ein Hotel in Bamako und brachten dabei 170 Menschen in ihre Gewalt.

Laut Wüstner reiche es nicht aus, die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien zu bekämpfen. Für das künftige Engagement der Bundeswehr in Mali bedeute das, die Truppe müsse den Gefahren angemessen begegnen.

Die Bundeswehr beteiligt sich derzeit mit rund 220 Soldaten an zwei internationalen Militäreinsätzen in Mali; sie hat aber keinen Kampfauftrag, es geht hauptsächlich um Ausbildung und Transport. Die Bundesregierung plant derzeit eine Aufstockung der deutschen Beteiligung, um die französische Armee in Mali zu entlasten.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) plant nach den Terroranschlägen von Paris, den Bundeswehreinsatz in Mali auszuweiten. Damit soll Frankreich entlastet werden, das den Kampf gegen den IS in Syrien und im Irak verstärkt. Bisher nimmt die Bundeswehr mit 200 Soldaten an einer EU-Ausbildungsmission im relativ sicheren Süden Malis teil. Experten schätzen, dass es auf die Entsendung von etwa 700 Soldaten hinauslaufen könnte. Damit wäre Mali neben Afghanistan und Kosovo einer der größten Auslandseinsätze der Bundeswehr.

vek/ler/AFP/dpa



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