Burg Kerak Touristin und Polizisten sterben bei Anschlag in Jordanien

Bei einem Angriff auf jordanische Sicherheitskräfte sind mindestens zehn Menschen gestorben. Die Täter haben sich laut Berichten in der berühmten Burg Kerak verschanzt.

Burg in Kerak, Jordanien
Imago

Burg in Kerak, Jordanien


Bei mehreren Angriffen auf Polizisten in der jordanischen Stadt Kerak sind mindestens zehn Menschen, darunter eine kanadische Touristin, getötet worden. Eine Reihe weiterer Sicherheitskräfte und Zivilisten seien bei den Schießereien verletzt worden, teile die Sicherheitsabteilung der jordanischen Regierung nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Petra mit.

Bewaffnete nahmen zudem mehrere Geiseln, von denen einige durch eine Spezialeinheit der Polizei befreit worden seien, berichtete die unabhängige Zeitung "Al-Ghad".

Zunächst hätten Unbekannte das Feuer auf ein Polizeiauto in Kerak eröffnet. Danach verschanzten sich Bewaffnete in der bei Urlaubern beliebten mittelalterlichen Burg der Stadt. Von dort schossen sie nach diesen Informationen auf das Hauptquartier der Sicherheitskräfte in der Stadt, die östlich des Toten Meeres liegt.

"Al-Ghad" berichtete von sieben Todesopfern - vier Polizisten, und drei Zivilisten, unter ihnen die kanadische Touristin. Dem Blatt zufolge hätten die Angreifer in der Burg 14 Geiseln genommen. Die Herkunft der Geiseln war zunächst unbekannt.

Über die Lautsprecher der Moscheen nahe der Sehenswürdigkeit wurden die Menschen lokalen Medien zufolge aufgefordert, die Umgebung wegen des Gefechts zwischen den Bewaffneten und den Einsatzkräften zu verlassen. Zunächst bekannte sich keine Gruppe zu der Tat.

In der konfliktreichen arabischen Welt gilt das Königreich Jordanien als eines der stabilsten Länder. Wegen zahlreicher Kulturdenkmäler zieht es auch viele ausländische Touristen an. Tödliche Konflikte und Anschläge sind vergleichsweise selten. Zu einem tödlichen Anschlag auf das Militär bekannte sich im Juni allerdings die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS).

Jordanische Sicherheitskräfte gehen hart gegen Sympathisanten des IS vor. Jordanien ist an der US-geführten Militärkoalition gegen die Dschihadisten in Syrien und im Irak beteiligt.

fab/dpa/Reuters

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.