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29. April 2019, 15:45 Uhr

Westafrika

Mehrere Tote bei Anschlag in Burkina Faso

Angela Merkel reist diese Woche nach Burkina Faso. Kurz vor dem Besuch der Kanzlerin haben Unbekannte einen Anschlag auf eine protestantische Kirche im Norden des Landes verübt. Mehrere Menschen starben.

Kurz vor einem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Burkina Faso haben Unbekannte in einer protestantischen Kirche im Norden des Landes mindestens sechs Menschen getötet. Unter den Todesopfern seien fünf Gläubige und der Pfarrer, teilte ein Regierungssprecher mit. Merkel reist am Mittwoch in das westafrikanische Land.

Der Angriff ereignete sich am Sonntag in Silgadji rund 60 Kilometer von der Stadt Djibo entfernt. Ein Gemeindemitglied sagte, die Gläubigen hätten nach dem Gottesdienst gerade die Kirche verlassen. Die Angreifer auf Motorrädern hätten zuerst in die Luft und dann auf die Gemeindemitglieder geschossen.

Es war der erste Angriff auf eine Kirche in Burkina Faso, wo islamistische Gruppen seit 2015 immer häufiger tödliche Angriffe verüben. Die Gewalt begann im Norden des Landes und hat sich mittlerweile auf die Hauptstadt Ouagadougou und andere Regionen vor allem im Osten des Landes ausgeweitet. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP wurden bei den Angriffen seit 2015 rund 350 Menschen getötet.

Merkels dreitägige Reise

Merkel tritt diese Woche eine dreitägige Reise in die Staaten Burkina Faso, Mali und Niger an. In Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou wird Merkel bilaterale Gespräche mit Präsident Roch Marc Kaboré führen. Im Anschluss ist ein Treffen mit den Staatspräsidenten der Anti-Terror-Allianz G5 geplant, zu der sich Burkina Faso und vier andere Sahelstaaten zusammengeschlossen haben.

Die G5-Staaten haben eine gemeinsame Truppe zum Kampf gegen Dschihadisten gebildet. Bei einem Besuch Kaborés in Berlin im Februar hatten Deutschland und Burkina Faso eine engere Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus vereinbart. Merkel sagte damals eine Stärkung der deutschen Beratertätigkeit für die dortigen Sicherheitskräfte zu.

Die meisten Attacken in Burkina Faso werden der Dschihadistengruppe Ansarul Islam, der mit al-Qaida verbundenen Gruppe GSIM und dem Ableger der Terrormiliz "Islamischer Staat" in der Größeren Sahara zugeschrieben. Frankreich, die ehemalige Kolonialmacht in der Sahelzone, hat in Burkina Faso, Mali, Niger und Tschad rund 4500 Soldaten stationiert, um die Islamisten zu bekämpfen.

Angriffe auf Geistliche

Viele der Angriffe in Burkina Faso richten sich gegen muslimische und christliche Geistliche. Im Februar war ein katholischer Priester aus Spanien bei einem Überfall in Nohao im Zentrum des Landes getötet worden. Der 72-jährige César Fernández, der gerade von einer Reise ins Nachbarland Togo zurückkehrte, hatte seit 1982 für den Orden Salesianer Don Boscos in Afrika gearbeitet.

Im März wurde der Priester Joel Yougbare in Botogui in der Nähe von Djibo von Bewaffneten verschleppt. Berichte, denen zufolge seine Leiche gefunden wurde, hat die katholische Kirche bisher nicht bestätigt.

Im Norden des Landes wurden zudem mehrere Imame getötet, die den Dschihadisten nach Angaben aus Sicherheitskreisen nicht radikal genug waren. Am Freitag hatten Dschihadisten zudem eine Dorfschule in Maitaougou in der östlichen Provinz Koulpelogo attackiert und fünf Lehrer und einen Angestellten getötet.

kev/AFP/Reuters

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