Staatsstreich in Burkina Faso Putschisten kapitulieren offenbar in Ouagadougou

Ein Ende des Putsches scheint in Burkina Faso greifbar: Laut Augenzeugen haben die Aufständischen ihre Waffen niedergelegt. Wie Medien berichten, ist auch der gefangen gehaltene Ministerpräsident wieder frei.

Geheimdienstchef Diendéré: führte den Militärcoup an
AP

Geheimdienstchef Diendéré: führte den Militärcoup an


Der Anführer des Staatsstreichs hatte Burkina Faso und die internationale Gemeinschaft um Entschuldigung gebeten. Nun haben laut Berichten von Augenzeugen Hunderte Putschisten in dem westafrikanischen Land ihre Waffen niedergelegt.

Auch der gefangen gehaltene Ministerpräsident Isaac Zida ist offenbar wieder frei. Laut einem Bericht des örtlichen Radiosenders Omega haben ihn Mitglieder der Präsidentengarde in den frühen Morgenstunden gehen lassen. Er sei nun in seiner offiziellen Residenz in der Hauptstadt Ouagadougou, sagte Lieutenant Boris Nadie, ein Vertrauter Zidas.

Der Militärcoup vor einer Woche wurde vom ehemaligen Geheimdienstchef Gilbert Diendéré und der Präsidentengarde angeführt. Die Putschisten hatten am vergangenen Mittwoch Übergangspräsident Michel Kafando in ihre Gewalt gebracht.

Zur Übergangsregierung stehende Militäreinheiten waren aus ihren Stützpunkten ausgerückt und am Montag in Ouagadougou zusammengekommen. Regierungstreue Truppen hatten den Putschisten zuvor ein Ultimatum gestellt. Dieses wurde nun offenbar von den Rebellen eingehalten.

Die Situation schmälert Hoffnungen auf eine friedliche Regierungsübergabe in der ehemaligen französischen Kolonie. In weniger als einem Monat sollte in Burkina Faso gewählt werden. Am Dienstag wollten auch die Regierungschefs der Westafrikanischen Staaten (ECOWAS) in Nigeria über die Entwicklung in Burkina Faso beraten.

vek/Reuters/dpa

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Peter Bernhard 22.09.2015
1. Problem gelöst?
Das müssen keine Tanker-Tanks im Madmaxstyle...so redet einer, der gerne Ahnung hätte von was. Hier zum Beispiel habe ich gar nicht weitergelesen: Burkina Faso - das kann nur sehr unsichere Herkunft sein, also auf Anhieb Hierbleiben? Aha, also irreführender Begriff: "unsichere Herkunft" sollte doch heißen "verfolgende Herkunft". Katastrophale Zustände genügen nicht, es muss in jedem Einzelfall bewiesen werden, dass ein Mensch wegen eines Merkmals in der Existenz nach unseren Maßstäben gefährdet ist. Insbesondere genügt ein Ausweichenvollen vor ganz ziellosen "nicht-ausrottenden" also auch sogar Harris-Artigem nicht. Somit also zwei Schneisen: erstens muss jedermann hier seinen Antrag stellen dürfen (oder aber nur in den deutschen Botschaften - prinzipiell kein Unterschied, meine ich), zweitens ist nicht nur Asyl zu gewähren, sondern auch ein Ausweichen vor Katastrophen (in diesem unseren Lande Flüchtlingscamps? Erst mal: warum nicht, Kirchen umwidmen, temporär nur! Nur vorübergehend, bis so eine Bombenflut abgeebt hat). Somit also gar kein Grund mehr sichtbar, die Schengen-Grenzenlosigkeit nicht auch für Ausländer gelten zu lassen. Kontrolle würde nur noch für Karrieristen Sinn machen - aber wenn die die Pässe wegwerfen - hereinlassen. Was also tatsächlich zu schaffen wäre, sind Rückführungen, jede Menge - weil nun auch noch "Arbeitssuche" als mögliches Einreisemotiv dabei ist, gegenüber ausländischen Länder signalisiert zu werden. Somit spricht nur noch eine Flut von Anträgen, aber auch Rückführungen für eine Grenzsperrung, nur noch infrastrukturelle Gründe sprechen für eine Grenzschließung, sei die nun an den Außengrenzen oder eben durch die Wiedereinführung von Personenkontrollen an den Innengrenzen. Sorry, dass ich also nicht "in" Burkina geblieben bin. Da habe ich hier wohl mit mir eine "Lebenswelt" in Spiegelforumsland eröffnet und werde auch Verständnis finden, bin sicher.
13wahlstratege 22.09.2015
2. In Waggadugga alles wieder klar.
Anzunehmen, der Putschende war ein unterbezahlter General mit einem Stern, der sich auf diese Art und Weise, die nächsten drei aufsticken lassen darf. Ansonsten "Grande Catastrophe" für alle beteiligten Steuerzahler !! Wer das nicht mehr aushält, tritt die Reise via Sahara zum Mittelmeer und weiter an. So konstruiert man heutzutage "Flüchtilnge" in Afrika.
13wahlstratege 22.09.2015
3. Waggaduggu
Ich entschuldige mich für den Fehlerteufel bei der Übersetzung.
merkur08 22.09.2015
4. Mal schauen wie viele Fremdenlegionaere schon dort sind.
Ohne Frankreich geht da nix.
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