Drohender Völkermord an Rohingya Burma verfolgt muslimische Minderheit systematisch

Die Regierung in Burma will die Rohingya auslöschen - das belegen Juristen der Yale-Universität in einem aktuellen Untersuchungsbericht. Sie beklagen die systematische Verfolgung der muslimischen Minderheit.
Geflüchtete Rohingya in Indonesien: "Ihre Lage wird immer schlimmer"

Geflüchtete Rohingya in Indonesien: "Ihre Lage wird immer schlimmer"

Foto: Ulet Ifansasti/ Getty Images

In zehn Tagen wählt Burma bei den ersten freien Wahlen seit Jahrzehnten ein neues Parlament. Die Abstimmung am 8. November gilt als Meilenstein auf dem Weg zur Demokratisierung des Landes.

Doch trotz dieses Fortschritts: Für die muslimische Minderheit der Rohingya ist die Menschenrechtslage unerträglich. Forscher der Yale-Universität werfen der Regierung einen Genozid an den Rohingya vor. Die Wissenschaftler analysierten die Verfolgung der mehr als eine Million Menschen für die Menschenrechtsorganisation Fortify Rights.

"Rohingya sind existenziell bedroht, und ihre Lage wird immer schlimmer", sagte Fortify-Rights-Direktor Matthew Smith. "Es ist an der Zeit, dass die internationale Gemeinschaft etwas tut."

Nach der Analyse der Yale-Experten  entspricht die systematische Verfolgung der Rohingya den gängigen Definitionen von Völkermord. Angehörige der Volksgruppe würden ermordet. Die Lebensbedingungen sowie Heiratsverbote und Vorschriften über die Kinderzahl seien darauf angelegt, die Volksgruppe zu zerstören. Behörden und Politiker zeigten mit ihren Aktionen und Äußerungen, dass sie es auf die Ausrottung der Gruppe angelegt haben.

Mehr als 80 Prozent der gut 51 Millionen Einwohner Burmas sind Buddhisten. Die überwältigende Mehrheit unterstützt die Diskriminierung gegen die Rohingya.

Die Muslime leben teils seit vielen Generationen in der Rakhine-Region im Westen des Landes. Burmas Regierung bezeichnet sie als illegale Einwanderer aus dem Nachbarland Bangladesch und verweigert ihnen die Staatsbürgerschaft und grundlegende Rechte.

2012 kam es zu schweren Unruhen, bei denen buddhistische Mobs unter den Augen der tatenlosen Sicherheitskräfte Rohingya ermordeten und Häuser in Brand steckten. Dutzende Menschen wurden getötet. Die Behörden zwangen daraufhin 140.000 in Lager, in denen es weder genügend Nahrung noch Gesundheitsversorgung gibt.

(Lesen Sie hier eine SPIEGEL-Reportage über die Lage der Rohingya .)

syd/dpa