Kämpfe in Burma Mindestens 18.000 Rohingya nach Bangladesch geflohen

Nach dem Angriff von muslimischen Rebellen auf Polizeiposten eskaliert die Lage in Burma. Viele Angehörige der Minderheit Rohingya sollen nach Bangladesch geflohen sein - weitere Tausende werden an der Grenze aufgehalten.

Rohingya auf der Flucht nach Bangladesch
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Rohingya auf der Flucht nach Bangladesch


Aus Angst vor weiteren Ausschreitungen und Gewalt durch das Militär sind Zehntausende Angehörige der muslimischen Minderheit Rohingya in Burma auf der Flucht. Nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind bereits rund 18.000 Rohingya über die Grenze nach Bangladesch gekommen.

Außerdem säßen weitere Rohingya, die in das Nachbarland wollten, noch auf der burmesischen Seite der Grenze fest, berichtet das IOM. Am Dienstag hatten die örtlichen Behörden ihre Zahl auf mindestens 6000 beziffert.

Frauen warten darauf, über die Grenze gelassen zu werden
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Frauen warten darauf, über die Grenze gelassen zu werden

Die Informationen aus Bangladesch seien bislang nicht belegt, betonte ein IOM-Sprecher in Thailand. Die Ankömmlinge würden nicht formell registriert, es handele sich um Schätzungen verschiedener Hilfsorganisationen. Im Grenzgebiet sollen weitere Zehntausende Menschen nach Fluchtmöglichkeiten suchen.

Die muslimische Minderheit der Rohingya wird im buddhistischen Burma seit Jahrzehnten verfolgt und ausgegrenzt. Am vergangenen Freitag kam es zu einer erneuten Eskalation, nachdem Rohingya-Rebellen Polizei- und Armeeposten im Norden der Provinz Rakhine angegriffen hatten. Mehr als hundert Menschen sollen dabei getötet worden sein.

Rakhine-Staat in Burma
SPIEGEL ONLINE

Rakhine-Staat in Burma

Uno-Generalsekretär Antonio Guterres und das Uno-Flüchtlingshilfswerk forderten Bangladesch am Dienstag eindringlich dazu auf, den Flüchtlingen Schutz zu gewähren. Das Nachbarland Burmas beherbergt nach eigenen Angaben bereits 400.000 Rohingya, die in den vergangenen Jahren über die Grenze kamen.

Weite Teile der buddhistischen Mehrheit in Burma betrachten die Rohingya als illegale, staatenlose Einwanderer aus Bangladesch, obwohl viele von ihnen schon seit Generationen dort leben. Die in bitterer Armut lebenden Muslime gelten als eine der am meisten verfolgten Minderheiten der Welt. (Mehr zu den Lebensumständen der Rohingya in Burma lesen Sie hier.)

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Rohingya in Burma: Flucht ohne Ziel

vks/AFP/dpa



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hansulrich47 30.08.2017
1. Die Lösung ist einfach:
Die Burmesen sagen, erst nachdem die Engländer Burma besetzt haben, sind die Rohingya aus britisch Indien nach Burma gekommen. Da wäre es nur gerecht, wenn England diese armen Menschen aufnimmt! Theresa May und Boris Johnson, da ist mal 'ne machbare Aufgabe für euch! Schickt die Navy!
Faceoff 30.08.2017
2. Friedensnobelpreisträgerin
Die Verfolgung von Minderheiten bis hin zur ethnischen Säuberung gehört schon seit Jahrzehnten zum Alltag im früheren Burma. Ob muslimische Rohingya, christliche Karen oder buddhistische Shan, ethnische Minderheiten werden in Myanmar seit der Staatsgründung fast durchgehend verfolgt. Bemerkenswert an den jetzigen Verfolgungen ist lediglich, dass die momentanen Verbrechen nicht von irgendeinem finsteren Militärregime verübt werden, sondern dass die Partei der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi dafür verantwortlich ist.
hansulrich47 30.08.2017
3. Halb so schlimm!
Zitat von FaceoffDie Verfolgung von Minderheiten bis hin zur ethnischen Säuberung gehört schon seit Jahrzehnten zum Alltag im früheren Burma. Ob muslimische Rohingya, christliche Karen oder buddhistische Shan, ethnische Minderheiten werden in Myanmar seit der Staatsgründung fast durchgehend verfolgt. Bemerkenswert an den jetzigen Verfolgungen ist lediglich, dass die momentanen Verbrechen nicht von irgendeinem finsteren Militärregime verübt werden, sondern dass die Partei der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi dafür verantwortlich ist.
Es ist ein Irrtum, anzunehmen, dass die Verleihung des Friedensnobelpreises einen 'normalen' Menschen zum Übermenschen macht. Suu Kyi ist zuerst Burmesin und damit Buddhistin. Und ausserdem: Das Militär hat immer noch die wahre Macht, da bedeutet die formale Position von Suu Kyi nichts!
Skyscanner 30.08.2017
4. Die Lösung ist einfach
wenn die Bundesregierung mal wieder es schaftt 20-50 Afghanen ab zu schieben, können die Flugzeuge ja in Burma zwischen landen und jedes Mal ca. 200 der vertriebenen aufnehmen und nach Deutschland bringen. Die 18.000 schaffen wir doch auch noch locker, es kommen doch jeden Monat weiterhin fast runde 20.000 illegale nach Deutschland, da sind doch die 18.000 ein Witz. Das wären doch nur 1500 pro Monat, das sollte kein Problem sein. Da wir ja als einziges Land in der EU freiwillig pro Monat von Italien 750 Afrikaner abholen. Wir schaffen das, wir sind doch ein reiches Land und Mama Merkel würde erneut die Bluse auf gehen.
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