Südostasien Burma schickt Flüchtlingsboot zurück auf hohe See

Ein Flüchtlingsboot mit 727 Menschen an Bord ist von der burmesischen Marine zurück aufs Meer gebracht worden. Die Menschen an Bord hätten es so gewollt.

Flüchtlingsschiff, burmesische Marine (Bild vom Samstag): In "sicheres Gebiet" gebracht
REUTERS

Flüchtlingsschiff, burmesische Marine (Bild vom Samstag): In "sicheres Gebiet" gebracht


In der Flüchtlingskrise in Südostasien hat Burma ein am Freitag aufgebrachtes Flüchtlingsboot mit 727 Menschen an Bord zurück auf hohe See geschickt.

So wollten es die Menschen an Bord, berichtete die Staatspresse. Es handelt sich vermutlich um Menschen aus Bangladesch und um Rohingya - eine in Burma verfolgte muslimische Minderheit. Die genaue Herkunft der Migranten ist allerdings unklar.

Zunächst hieß es, die Marine eskortiere das Schiff in die Gewässer Bangladeschs. Später sagte Präsidentensprecher Ye Htut, die Flüchtlinge würden in ein "sicheres Gebiet" gebracht und sie seien mit Wasser und Nahrung versorgt worden. Das Gebiet würde man aus "Sicherheitsgründen" nicht öffentlich machen.

Die Flüchtlinge wurden am Freitag in der Andamanensee von der Marine entdeckt. Ihr Boot war überladen und hatte ein Leck.

Burmas Behörden bezeichnen die Rohingya als "Bengali", also zum Nachbarland Bangladesch gehörend, obwohl viele seit Generationen in Burma leben, und verweigern ihnen die Staatsbürgerschaft. Wer einmal das Land verlassen hat, wird bei der Rückkehr als illegaler Migrant betrachtet.

Seit 2012 seien rund 153.000 Menschen aus Bangladesch und Burma geflohen, sagte Chris Lewa von der Hilfsorganisation Arakan Project in Bangkok. Die meisten wollten über Thailand nach Malaysia. Weil Thailand aber im April gegen die Menschenschmugglerringe durchgriff, blieben zahlreiche Schiffe auf See.

Seit Anfang Mai sind 1800 Menschen nach teils monatelanger Überfahrt in völlig überfüllten Booten in Indonesien gelandet, 1100 in Malaysia. 2400 seien in Burma wieder an Land gekommen - inklusive der 727, sagte Lewa.

fab/dpa/Reuters

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.