Burma USA fordern Bewegungsfreiheit für Uno-Gesandten

Die US-Regierung hat die Militärjunta in Burma aufgefordert, Ibrahim Gambari Gespräche mit Oppositionellen und Religionsführern zu ermöglichen. Noch ist unklar, ob der Uno-Gesandte mit Aung San Suu Kyi zusammentreffen darf. In Rangun herrscht gespannte Ruhe.


Washington/Rangun- Die Vereinigten Staaten seien besorgt, weil Gambari unmittelbar nach seiner Ankunft in Rangun in die neue, sehr abgelegene Hauptstadt Naypyidaw gebracht worden sei, erklärte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Gordon Johndroe. Es müsse gewährleistet sein, dass Gambari mit allen Personen in Kontakt treten dürfe, mit denen er dies wünsche. Dazu zählten religiöse Führer ebenso wie die unter Hausarrest stehende Oppositionspolitikerin Aung San Suu Kyi.

Vor seiner Abfahrt zum Regierungssitz Naypyidaw besprach sich Gambari mit örtlichen UN-Mitarbeitern. Zunächst war unklar, ob der Uno-Gesandte mit dem Militärherrscher Than Shwe zusammentreffen würde und Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi begegnen darf. "Wir haben nicht so viel Hoffnung, aber es ist derzeit unser größter Trumpf", erklärte der Außenminister Singapurs, George Yeo, am Rande der Uno-Vollversammlung in New York. "Wenn er nichts erreicht, kann die Situation ziemlich fürchterlich werden."

Gambari will die Militärmachthaber zu einer friedlichen Lösung des Konflikts bewegen. Vor seiner Abreise hatte der Uno-Gesandte in Singapur noch betont, er hoffe auf einen erfolgreichen Besuch in Birma.

Mit ihrem massiven Gewalteinsatz hat die Militärjunta in Birma die Proteste gegen ihre jahrzehntelange Herrschaft offenbar unterdrückt. Augenzeugenberichten zufolge demonstrierten heute nur noch rund 300 Menschen trotz der starken Militärpräsenz in Rangun. Sie sollen niedergeknüppelt worden sein. Annsonsten herrschte dort gespannte Ruhe. Der Sender Democratic Voice of Burma, der von der norwegischen Hauptstadt Oslo aus ausgestahlt wird, berichtete, dass keine Mönche auf den Straßen zu sehen gewesen seien. Diese seien nach ihrer anfänglich führenden Rolle bei den Demonstrationen entweder interniert oder in ihren Klöstern eingeschlossen.

In Pakokku, rund 500 Kilometer weiter nördlich, demonstrierten dagegen mehrere tausend Menschen ungestört gegen die Militärführung. Rund tausend Mönche führten nach Angaben von Augenzeugen die Demonstration an. Die Behörden sollen ihnen die Kundgebung erlaubt haben, wenn sie friedlich bleibe.

esp/Reuters/AP



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.