Burma Vier Oppositionelle zu Zwangsarbeit verurteilt

Zwei Jahre Zwangsarbeit - so lautet das Urteil eines Gerichts in Burma gegen vier Oppositionelle. Die Frauen haben die Militärjunta gegen sich aufgebracht, indem sie religiöse Literatur verschenkten und Gebete für die Freilassung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi organisierten.

Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi: Strafen für Gebete
AFP

Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi: Strafen für Gebete


Rangun - Zwei Jahre Zwangsarbeit müssen vier Anhängerinnen der Opposition in Burma leisten. Die Frauen wurden bereits im Oktober festgenommen, sagte ein Sprecher der Oppositionspartei Nationale Liga für Demokratie (NLD) am Dienstag. Sie seien verurteilt worden, weil sie buddhistischen Mönchen religiöse Literatur geschenkt hätten. Zudem hätten die vier Frauen öffentliche Gebete für die Freilassung der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi organisiert.

Die Oppositionsführerin in Burma steht seit Jahren unter Hausarrest. Ihre Partei hatte 1990 die Wahlen gewonnen. Doch die Militärjunta, die das Land seit 1962 regiert, hatte dieses Ergebnis ignoriert. Erst im vergangenen Jahr hatte die Junta den Hausarrest von Suu Kyi unter fadenscheinigen Gründen verlängert. Die Oppositionsführerin erhielt 1991 den Friedensnobelpreis.

Zeitgleich mit der Verurteilung der vier Oppositionsanhängerinnen stattete ein Sondergesandter der Vereinten Nationen dem Land einen Besuch ab. Tomas Ojea Quintana soll die Menschenrechtslage in Burma untersuchen. Die Junta versprach für dieses Jahr Wahlen, zu denen mehrere Parteien zugelassen werden sollen. Ein Termin steht aber noch nicht fest. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International befürchtet im Vorfeld der angekündigten Wahlen verschärfte Repressalien gegen Oppositionsanhänger.

In einem in Bangkok vorgelegten Bericht, warf Amnesty der Militärregierung vor, Aktivisten ethnischer Minderheiten gefangenzunehmen, zu foltern und zu töten, um somit politische Gegner mundtot zu machen. Die Regierung müsse vor den Wahlen jedoch den "Rechten und Hoffnungen" der zahlreichen ethnischen Minderheiten in Burma Rechnung tragen, forderten die Menschenrechtler. Für den Bericht über die Lage ethnischer Minderheiten in dem Land interviewte Amnesty in den vergangenen zwei Jahren 700 Vertreter der sieben größten Minderheitengruppierungen.

mmq/apn/afp



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