Burundi Friedensabkommen im letzten Moment

Auf massiven Druck des früheren südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela und des eigens angereisten US-Präsidenten Bill Clinton haben sich die Bürgerkriegsparteien in Burundi doch noch auf ein Friedensabkommen geeinigt. Wann allerdings die Waffen schweigen werden, ist unklar.

Arusha - Die Tutsi-Regierung Burundis unter Präsident Pierre Buyoya und Vertreter der Hutu-Mehrheit unterzeichneten am späten Montagabend in der tansanischen Stadt Arusha eine Vereinbarung über die Beendigung des seit sieben Jahren andauernden Bürgerkriegs. Allerdings verweigerten sechs von zehn Tutsi-Parteien ihre Unterschrift, während alle politischen Vertreter der Hutu unterschrieben.

Die Vereinbarung sieht unter anderem die Bildung einer Übergangsregierung unter Beteiligung aller ethnischen Gruppen sowie eine dreijährige Übergangszeit zu demokratischen Wahlen vor. Offen ist jedoch noch, wann ein Waffenstillstand in Kraft tritt, denn die Hutu-Rebellen waren an den Verhandlungen nicht beteiligt.

Zunächst hatte es lange nach einem Scheitern der Verhandlungen in Arusha ausgesehen. Mandela und Clinton setzten die Vertreter beider Seiten unter Druck und hielten ihnen die Folgen eines Scheiterns der Verhandlungen vor Augen. Sichtlich verärgert warf Mandela den die Regierung und das Militär beherrschenden Tutsi vor, sie ignorierten den Mord an unschuldigen Menschen in Burundi und sabotierten die Verhandlungen. Clinton bot Finanzhilfen an, wenn das Abkommen geschlossen werde. "Wenn Sie sich entscheiden, steht Amerika und die Welt zu Ihnen", sagte er.

Clinton reiste nach seinem Aufenthalt in Tansania nach Kairo weiter, um mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak den Stand der israelisch-palästinensischen Friedensverhandlungen zu erörtern.