Buschfeuer-Drama Australischer Premier "bedauert Urlaub zutiefst" - und bricht Hawaii-Reise ab

Australiens Premier Scott Morrison tingelte mit Frau und Kindern durch Hawaii - während daheim die Wälder brennen und Feuerwehrleute sterben. Nun kehrt er von der heimlichen Reise überstürzt zurück.
Scott Morrison (am 10. Dezember) vor verqualmtem Himmel in Sydney: Umstrittene Reise mit der Familie

Scott Morrison (am 10. Dezember) vor verqualmtem Himmel in Sydney: Umstrittene Reise mit der Familie

Foto: JOEL CARRETT/EPA-EFE/REX

Die Lage in den östlichen Bundesstaaten Australiens, vor allem in New South Wales, hat sich zuletzt noch einmal verschärft. Temperaturen jenseits der 40 Grad, starke Winde und geringe Luftfeuchtigkeit machen den Kampf der Feuerwehrleute gegen die verheerenden Buschfeuer immer schwieriger. Für Teile der Ostküste gilt der Ausnahmezustand. Der Premierminister des Landes, Scott Morrison, jedoch sah offenbar den passenden Zeitpunkt für einen Familienurlaub gekommen.

Zusammen mit Frau und Töchtern reiste er seit Montag über die Hawaii-Inseln . Seit Tagen hatte es wachsende Kritik am Verhalten des konservativen Politikers gegeben, immer wieder kam es zu Protesten vor seiner Residenz in Sydney.

Demo vor der Residenz des Premiers in Sydney

Demo vor der Residenz des Premiers in Sydney

Foto: WENDELL TEODORO/ AFP

Nun erklärte Scott Morrison, dass er den Familienurlaub abbricht. Er bereue zutiefst, dass er die von den schrecklichen Buschfeuern betroffenen Australier mit seinem Familienurlaub verärgert habe, teilte er am Freitag (Ortszeit) mit.

Zu dem schlechten Timing der Reise kommt die Tatsache, dass sein Büro den Trip auf Nachfrage von Reportern mehrfach abgestritten hatte. Morrison erklärte dies auf spezielle Weise: Er habe seine Töchter mit der Hawaii-Reise überraschen wollen.

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Ohnehin steht Morrison wegen seines Krisenmanagements seit Längerem in der Kritik. So hatte er sich zuletzt geweigert, Kompensationen für die vielen freiwilligen Feuerwehrleute in Betracht zu ziehen. Morisson und seine Partei verfolgen zudem eine Politik, die wenig zum Kampf gegen den Klimawandel beiträgt.

Zwei Retter sterben bei Unfall, andere müssen ausgeflogen werden

Die Buschfeuersaison hat in Australien in diesem Jahr ungewöhnlich früh und heftig begonnen. Seit Wochen versuchen Feuerwehrleute vor allem an der Ostküste die immer weiter wachsenden Brände zu kontrollieren. Die Metropole Sydney ist inzwischen von Feuern nahezu umringt und die Luftqualität leidet erheblich.

Im Video: Sydney versinkt im Rauch

SPIEGEL ONLINE

Die Zahl der Todesopfer stieg zuletzt auf acht. Bei einem Unfall nahe Sydney wurden zwei freiwillige Feuerwehrleute getötet. Sie waren mit ihrem Rettungsfahrzeug gegen einen Baum geprallt, zahlreiche weitere Insassen wurden zum Teil schwer verletzt. Die Feuerwehrleute arbeiten unter extremsten Bedingungen  teils seit Wochen im Busch. Drei von ihnen wurden zuletzt, ebenfalls in New South Wales, von Flammen eingeschlossen. Zwei Männer mussten mit schweren Brandverletzungen per Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden.

jok