Bush-Doktrin Villepin wirft USA Militarismus vor

Der französische Außenminister Dominique de Villepin ist mit der amerikanischen Außenpolitik hart ins Gericht gegangen. Statt Krieg zu führen, sollten die USA lieber die "Mutter aller Krisen" lösen helfen.


De Villepin: die "Mutter aller Krisen" lösen
AFP

De Villepin: die "Mutter aller Krisen" lösen

Paris/London - De Villepin gab seinem Unmut über die US-Regierung auf einer Veranstaltung des Instituts für Internationale Studien in London Ausdruck. Dabei lehnte er die neue US-Doktrin eines präventiven Krieges klar ab. Diese besagt, dass die USA sich berechtigt sehen, einen Angriffskrieg zu führen, wenn sie sich bedroht fühlen. Diese Strategie, so de Villepin, berge das Risiko der Instabilität, der ständigen Unsicherheit und einer Flucht nach vorn.

"Öffnen wir nicht diese Büchse der Pandora", appellierte der französische Außenminister laut Redetext. Nur der Konsens und die Beachtung des Rechts können seiner Meinung nach der Stärke die notwendige Legitimität geben. Die französische Haltung im Irak-Konflikt richte sich gegen kein Land, sondern sei bestimmt "von einer bestimmten Idee der kollektiven Verantwortung und eines Weltbilds". In den USA dagegen habe seit Anfang des Jahres offenbar der "militärische Kalender" Vorrang gewonnen vor der diplomatischen Agenda, kritisierte de Villepin.

De Villepin forderte eine rasche Lösung des Nahost-Konflikts. Dieser sei die "Mutter aller Krisen", weil er das Gefühl der Ungerechtigkeit schüre, sagte de Villepin. Die internationale Staatengemeinschaft müsse dringender denn je ihre Kräfte bündeln, um eine politische Lösung im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern zu finden.

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