Bush-Schelte Lambsdorff fordert Trittins Entlassung

Der Ehrenvorsitzende der FDP Otto Graf Lambsdorff fordert die Entlassung von Umweltminister Trittin. Die Äußerungen des Grünen-Politikers über eine angebliche Mitschuld der US-Regierung an Naturkatastrophen wie dem Hurrikan "Katrina" seien "selbstgerecht und gefühllos".

Hamburg - Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) müsse seinen Umweltminister Jürgen Trittin deshalb "sofort rausschmeißen", forderte der ehemalige Wirtschaftsminister in der "Bild"-Zeitung. Trittin hatte in einem Beitrag für die "Frankfurter Rundschau"  US-Präsident George W. Bush einen "klimapolitischen Irrweg" vorgeworfen. Bush verschließe die Augen "vor den wirtschaftlichen und menschlichen Schäden", die seinem Land und der Weltwirtschaft durch unterlassenen Klimaschutz zugefügt würden, schrieb Trittin. Naturkatastrophen wie der Hurrikan "Katrina" seien durch den Ausstoß von Treibhausgasen zumindest mitverursacht. Die USA produzierten bei gleichem Lebensstandard etwa doppelt soviel CO2 pro Kopf wie die Europäer. Trittin forderte, die Treibhausgasemissionen durch internationale Regelungen weiter zu senken.

Angesichts der immer weiter steigenden Spritpreise fordert Trittin heute in der "Berliner Zeitung" von der Auto-Industrie, sparsamere Modelle zu bauen: "Die Autohersteller müssen dringend ihre Hausaufgaben machen." Noch immer verbrauchten Neuwagen im Durchschnitt 6,8 Liter je hundert Kilometer. Von ihrer Zusage, den Durchschnittsverbrauch bis 2008 auf 5,5 Liter Benzin oder fünf Liter Diesel zu senken, sei die Industrie weit entfernt.

Grünen-Chef Reinhard Bütikofer forderte in der "Financial Times Deutschland", der Durchschnittsverbrauch der Fahrzeuge müsse dringend sinken. Derzeit sei die Industrie dabei, "ihre Selbstverpflichtung zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs zu verschlafen". Die grüne Verbraucherministerin Renate Künast nannte die Preispolitik der Mineralölkonzerne in den "Lübecker Nachrichten" "Abzocke". Die Preise seien schon gestiegen, bevor der Hurrikan "Katrina" als Argument für die Verknappung habe herhalten können.

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