Canberra Vertrauliche Obama-Papiere in Rinnstein gefunden

Der erste offizielle Besuch von Barack Obama in Australien endete mit einer Peinlichkeit: Ein vertrauliches Dokument des Präsidenten, mit Handy-Nummern hochrangiger Vertreter und Militärs, wurde auf der Straße gefunden - ausgerechnet von einem Journalisten.
Obama im Parlament: Peinliche Sicherheitspanne bei Australien-Besuch

Obama im Parlament: Peinliche Sicherheitspanne bei Australien-Besuch

Foto: Greg Wood/ dpa

Canberra - Es lag einfach so auf dem Boden: Ein 125 Seiten umfassendes Dokument über den Australien-Besuch von Barack Obama. Der US-Präsident hatte zuvor im nahe gelegenen Parlament von Canberra eine Rede gehalten. Offenbar muss jemand aus seinem Stab die wichtigen Unterlagen verloren haben. Gefunden hat sie ein Journalist der Zeitung "The Sydney Morning Herald".

In dem Planungspapier stünden Details über die Sicherheitsvorkehrungen und Logistik beim ersten offiziellen Obama-Besuch auf dem Kontinent, meldete die Zeitung nach der Abreise des Präsidenten.

Der minutiöse Ablaufplan seines Besuchs umfasse die Sitzordnung in der Fahrzeugkolonne, Informationen zur Sicherheitseskorte bis hin zu Angaben, aus welcher Autotür Obama ein- und aussteigen werde. "Wenn es in die falschen Hände geraten wäre, hätte es für den Präsidenten und einige seiner Begleiter ein Risiko bedeutet", sagte der australische Sicherheitsexperte Alan Dupont der Zeitung. "Eine peinliche Sicherheitspanne."

Dutzende Festnetz- und Handy-Nummern hochrangiger australischer und amerikanischer Vertreter und Militärs seien außerdem in dem Dokument aufgelistet. "Es ist unglaublich," sagte Dupont.

Die Zeitung hatte erst von einem "streng geheimen" Dokument gesprochen, dies aber später zurücknehmen müssen. Es habe eine deutlich niedrigere Geheimhaltungsstufe, dürfe aber trotzdem nur an autorisierte Personen weitergegeben werden.

Obama hat Australien inzwischen wieder verlassen. Im Anschluss an seinen Besuch erörterte er mit dem chinesischen Regierungschef Wen Jiabao Wirtschaftsfragen und den Territorialstreit im Südchinesischen Meer.

Die überraschende Begegnung am Rande des Ostasien-Gipfels auf Bali sei am Samstag auf Bitten Wens zustande gekommen, sagte der nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus, Tom Donilon.

bac/dpa/dapd
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