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28. Januar 2015, 23:13 Uhr

Kuba-US-Annäherung

Castro verlangt Ende der Sanktionen und Rückgabe Guantanamos

Tauwetter allein reicht noch nicht: Nach einem ersten Schritt der Annäherung zwischen Washington und Havanna stellt der kubanische Staatschef Castro nun konkrete Bedingungen für eine Normalisierung der Beziehungen.

Der kubanische Präsident Raúl Castro hat von der US-Regierung ein Ende des Wirtschaftsembargos und die Aufgabe des US-Militärstützpunktes Guantanamo Bay verlangt. Die jüngste diplomatische Annäherung der beiden seit langem verfeindeten Staaten mache sonst keinen Sinn, sagte Castro beim Gipfel der Gemeinschaft der lateinamerikanischen und karibischen Staaten (Celac) in Costa Rica.

"Die Handels- und Finanzblockade verursacht enorme wirtschaftliche Schäden und verstößt gegen internationales Recht." US-Präsident Barack Obama hatte seinerseits Reise- und Handelsbeschränkungen gelockert, aber von einer gänzlichen Aufhebung der Blockade war in Washington bisher nicht die Rede.

Castro sagte in Costa Rica, die kubanische Regierung werde es zudem nicht zulassen, dass sich die USA in interne Belange des Karibikstaates einmischten. Volle diplomatische Beziehungen seien gewollt, aber "wenn diese Probleme nicht gelöst werden, würde die diplomatische Annäherung keinen Sinn machen".

Das sozialistisch regierte Kuba und die Vereinigten Staaten hatten Mitte Dezember überraschend die Normalisierung ihre Beziehungen nach mehr als 50 Jahren diplomatischer Eiszeit angekündigt. Die Verhandlungen dazu wurden in der vergangenen Woche in Havanna aufgenommen. Sie sollen bald in Washington fortgesetzt werden.

Nach langem Schweigen hatte sich auch der ältere Bruder Raúls, Kubas Revolutionsführer Fidel Castro, zu Wort gemeldet und mitgeteilt, er lehne die Annäherung beider Staaten nicht ab, bleibe aber skeptisch. Er traue Washington weiterhin nicht über den Weg.

loe/dpa/rtr/AP

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