Exklave Ceuta Spanische Polizei nimmt mutmaßlichen IS-Anwerber fest

Im Internet soll er gezielt nach jungen Menschen gesucht haben, um sie für den IS zu rekrutieren: Spanische Behörden haben einen Verdächtigen gefasst, der Minderjährige für den Dschihad angeworben haben soll.

Die spanische Polizei hat einen mutmaßlichen Angehörigen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gefasst, der gezielt Minderjährige für den Krieg in Syrien angeworben haben soll. Der 34-Jährige sei in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta festgenommen worden, teilte das Außenministerium in Madrid mit.

Der Mann sei Spanier und habe sich auch der Indoktrinierung und Radikalisierung der jungen Menschen gewidmet, hieß es. Er sei ein Anhänger der orthodoxesten Form des Salafismus, einer ultrakonservativen Strömung im Islam.

Die paramilitärische Polizeieinheit Guardia Civil (Zivilgarde) war nach Angaben des Ministeriums auf den Mann gestoßen, nachdem festgestellt worden war, dass mehrere Mädchen und Jungen aus Ceuta nach Syrien gereist waren. Der Rekrutierer habe unter anderem im Internet gezielt labile junge Menschen gesucht. Er habe für seine Aktivitäten auch ein bekanntes Kulturzentrum in Ceuta genutzt. Durch mehrere Hinweise seien die Behörden auf den Mann aufmerksam geworden.

Mit der Festnahme vom Samstag kletterte die Zahl der in Spanien nach den Anschlägen von Paris am 13. November gefassten mutmaßlichen Dschihadisten auf zehn. Im laufenden Jahr sind im Euroland bereits insgesamt 74 mutmaßliche Angehörige und Unterstützer des IS festgenommen worden. Seit Juni gilt in dem Land die zweithöchste Terrorwarnstufe.

Mehr Festnahmen (95) hatte es zuletzt in Spanien nur 2005 gegeben - nach den von islamistischen Terroristen verübten Anschlägen vom 11. März 2004 auf mehrere Madrider Züge, bei denen 191 Menschen starben.

sto/dpa/AFP
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