Angriff in Chan Schaichun Experten bestätigen Einsatz von Chemiewaffen

Beim Angriff auf die syrische Stadt Chan Schaichun sind zweifelsfrei Chemiewaffen eingesetzt worden. Zu diesem Ergebnis kommen unabhängige internationale Experten. Sie hatten mehrere Todesopfer untersucht.

Opfer des Giftgasangriffs
AFP

Opfer des Giftgasangriffs


Bei dem Angriff auf den syrischen Ort Chan Schaichun ist nach Angaben von Experten "unbestreitbar" das Nervengift Sarin oder eine ähnliche Substanz eingesetzt worden. Proben von zehn Opfern des Angriffs, die in vier Labors untersucht worden seien, zeigten "die Einwirkung von Sarin oder Sarin-ähnlichen Substanzen", teilte die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) am Mittwoch in Den Haag mit.

Diese Analyseergebnisse seien "unbestreitbar", sagte OPCW-Chef Ahmet Üzümcü. Untersucht worden seien Proben von drei Todesopfern des Angriffs vom 4. April sowie von sieben Menschen, die in Krankenhäusern behandelt worden seien. Die Organisation kündigte weitere Details der Laboruntersuchungen an. Die Ergebnisse decken sich mit dem, was türkische und britische Analysen zu dem Vorfall ergeben haben.

Assad: Vorwürfe zu "hundert Prozent konstruiert"

Der Westen wirft der syrischen Luftwaffe vor, am 4. April einen Giftgasangriff auf die Kleinstadt Chan Schaichun im Nordwesten Syriens geflogen zu haben. Bei dem Angriff waren laut der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 87 Menschen getötet worden, unter ihnen 31 Kinder.

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Syriens Präsident Baschar al-Assad nannte die Vorwürfe vergangene Woche in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP zu "hundert Prozent konstruiert". Er warf dem Westen seinerseits vor, die angebliche Attacke als "Vorwand" genutzt zu haben. Die USA griffen als Vergeltung einen syrischen Luftwaffenstützpunkt mit Marschflugkörpern an. Es war der erste direkte Angriff des US-Militärs auf die syrischen Regierungstruppen.

mja/AFP/ dpa



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adieu2000 19.04.2017
1. Worum es wirklich geht
ist garnicht wer es war, sondern das jede beteiligte Seite es zuzutrauen wäre. Wen soll man da unterstützen? Keinen Kriegstreiber, in so einem schmutzigem Krieg kann man Niemandem Waffen oder Unterstützung geben. Das Ziel muss das Ende aller kriegerischen Handlungen sein. Jeder der den Krieg dort voran treibt macht sich als Mörder schuldig. Was wäre wenn der Krieg dort sofort zu Emde wäre, Assad wäre ein weiteres Unrechtsregime, aber das Leid und das Sterben der Zivil Bevölkerung hätte ein Ende, und Alle due dort verfolgt werden, gewährt der Westen Asyl, die Terroristen können da bleiben, um die kümmert sich schon Jemand.
horstu 19.04.2017
2. Seltsame Logik
Zwei Wochen nach dem amerikanischen Vergeltungsschlag für den angeblich zweifelsfrei bewiesenen Giftgaseinsatz Assads wurde jetzt also bewiesen, dass überhaupt Giftgas zum Einsatz kam. Man braucht keinen Doktortitel in Chemie um zu begreifen, dass in einer Kausalkette das Zweite wohl kaum vor dem Ersten bewiesen werden kann.
keine Zensur nötig 19.04.2017
3. oh je -
und wieder wird getrommelt. Der erste Angriff von US-Truppen auf die SAA fand bereits im letzten jahr statt, als man versehentlich IS-Banden per Luftangriff Feuerschutz gab. Was den widerlichen Kampfgasangriff betrifft - es ist immer noch unklar, wer tatsächlich dieses Kriegverbrechen verübte. Vor Ort waren alle genannte Untersucher offenbar immer noch nicht. Die Proben stammen von den Opfern. Komisch - Sarin-ähnliche Substanzen deuten auf Bastelwerkstätten hin - nicht auf staatliche Mörder. Noch komischer wird es, wenn man einen Luftangriff auf einen Stützpunkt verübt, in dem angeblich Kampfgas zum Einsatz gelagert ist. Und vollkommen daneben sind Bildchen der Al-Nusra nahen Weissen Helme, bei denen Opfer einer Kampfgasattacke mit bloßen Händen geborgen werden. Ob es Zusammenhänge zu dem hier gibt: http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/usa/id_80445276/neue-strategie-gegen-is-john-mccain-reiste-heimlich-nach-syrien.html sollte man durchaus klären. Der Giftgasangriff fand zufällig zu einem wichtigen Zeitpunkt statt.
sniggle 19.04.2017
4. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte
besteht aus 1 Person mit Sitz in London. Weiss aber laut Medien immer bescheid wie wo was vor Ort passiert. Laut mehreren Internationalen Spezialisten wurde verlautet das die Türkei garkeine Geräte hat mit welchen Bodenproben so analysiert werden können wie sie es angeblich getan hat. Informiert sich der Autor denn garnicht bevor er Müll schreibt?
RMG 19.04.2017
5. Bitte diffrenzieren...
die OPWC bestätigt, dass es Giftgas war. Assad bestreitet, dass es die syrische Armee war. Auch die USA haben bisher keinen eindeutigen Nachweis für eine Verantwortung der syrischen Armee vorgelegt.
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