Kritik an Rassistenaufmarsch Ivanka Trump spricht aus, worüber ihr Vater schweigt

Warum verurteilt Donald Trump nicht den Rassistenaufmarsch in Virginia? Immerhin: Seine Tochter schafft es. Und ein Sprecher bietet eine neue Interpretation der Worte des US-Präsidenten.
Ivanka Trump

Ivanka Trump

Foto: Susan Walsh/ AP

Ivanka Trump hat den Aufmarsch rechtsextremer Gruppen und weißer Rassisten im US-Bundesstaat Virginia kritisiert. In der US-Gesellschaft sei "kein Platz für Rassismus, weiße Vorherrschaft und Neonazis", erklärte die Tochter und Beraterin von US-Präsident über Twitter. "Wir müssen als Amerikaner alle zusammenstehen - und ein vereintes Land sein", fügte die 35-jährige Geschäftsfrau hinzu.

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Sie setzt sich damit von ihrem Vater ab, dem vorgeworfen wird, eine klare Schuldzuweisung an die Rechtsextremen nach der Gewalt bei dem Aufmarsch der Rechtsextremisten in Charlottesville vermieden zu haben.

Stattdessen hatte der Präsident die "Gewalt auf vielen Seiten" verurteilt und damit die Rechtsextremen auf eine Stufe mit den antirassistischen Gegendemonstranten gestellt. Unter den Teilnehmern des Marsches waren Mitglieder des Ku-Klux-Klan und der "Alt Right"-Bewegung, die Trump im Präsidentschaftswahlkampf 2016 unterstützt hatte.

Der Aufmarsch in der Universitätsstadt Charlottesville endete für eine 32-jährige Frau tödlich, als ein 20-jähriger Autofahrer aus Ohio seinen Wagen offenbar absichtlich in die Menge der Gegendemonstranten steuerte. Bei der Konfrontation zwischen Hunderten Anhängern der rechten Gruppen mit ihren Gegnern gab es auch Dutzende Verletzte.

Trump verurteilte zwar den "unerhörten Ausbruch von Hass, Fanatismus und Gewalt" vom Samstag, erwähnte dabei die Kundgebung der Rechtsextremen aber nicht direkt. Stattdessen sprach er pauschal von "Gewalt von vielen Seiten". Das Problem gehe "seit einer langen Zeit in unserem Land vor. Nicht Donald Trump. Nicht Barack Obama", sagte aus seinem Urlaubsort in New Jersey.

Dafür hagelte es heftige Kritik. "Mr President - wir müssen das Böse beim Namen nennen. Dies waren weiße Rassisten und dies war einheimischer Terrorismus", schrieb der republikanische Senator Cory Gardner. "Es ist sehr wichtig, dass der Präsident die Ereignisse in Charlottesville als das beschreibt, was sie sind, ein Terroranschlag weißer Rassisten", schrieb Marco Rubio, ebenfalls republikanischer Senator.

Kritiker haben Trump wiederholt Lavieren vorgeworfen, wenn es darum geht, die Ultrarechte zu verurteilen - die ihn gewählt hat, aus seinem Sieg eine neue Legitimation ableitet und das auch am Samstag in Charlottesville demonstrierte. Manche kamen mit Trump-Plakaten, und der ehemalige Ku-Klux-Klan-Führer David Duke erklärte vor laufenden Kameras, das hier sei ein "Wendepunkt" für eine Bewegung, die "die Versprechen von Donald Trump erfüllen" wolle.

Am Samstag, als TV-Sender die heftigen Prügelszenen und Hasssymbole zeigten, ließ der Präsident erst einmal First Lady Melania den Vortritt, die twitterte: "Unser Land ermutigt zu freier Meinungsäußerung, aber lass uns ohne Hass in unseren Herzen kommunizieren. Nichts Gutes entsteht aus Gewalt."

Am Sonntag erklärte dann ein Sprecher des Weißen Hauses, Trumps Satz, in dem er alle Formen von "Hass, Fanatismus und Gewalt" verurteilt habe, beinhalte natürlich auch "weiße Nationalisten, den Ku-Klux-Klan, Neonazis sowie alle extremistischen Gruppen."

fab/AFP/dpa
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