Charlottesville-Mörder Jury empfiehlt lebenslänglich plus 419 Jahre Haft

Am Rand einer Neonazi-Demo in Charlottesville tötete James Field mit dem Auto eine Frau. Die Jury spricht sich für ein hartes Urteil aus.

James Fields
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James Fields


Vor drei Tagen hatte eine Jury James Fields schuldig gesprochen. Jetzt hat sie auch ein Strafmaß empfohlen für den Neonazi, der in der US-Stadt Charlottesville im August 2017 mit dem Auto in eine Gruppe von Demonstranten gefahren war und dabei eine Frau getötet hatte. Es lautet lebenslänglich plus 419 Jahre Haft.

Der Richter kann die Strafe in seiner Entscheidung noch reduzieren, nicht aber erhöhen. In der Regel verhängen Richter in Virginia, wo der Prozess stattfindet, allerdings das Maß, das die Jury vorgeschlagen hat. Eine Verkündung des Urteils ist für den 29. März angesetzt.

Fields hatte am Rande eines Aufmarschs von Rechtsextremisten in der Universitätsstadt im Bundesstaat Virginia seinen Wagen gezielt in eine Gruppe von Gegendemonstranten gesteuert. Dabei wurde eine 32-jährige Frau getötet, mehrere weitere Menschen wurden verletzt. Fields wurde kurz nach der Tat festgenommen.

Der Aufmarsch von Neonazis und anderen Rassisten in Charlottesville unter dem Motto "Vereint die Rechte" hatte international für Schlagzeilen gesorgt - vor allem auch deshalb, weil US-Präsident Donald Trump kurz danach das Verhalten von Rechtsextremisten und Gegendemonstranten gleichsetzte und von "Gewalt auf vielen Seiten" gesprochen hatte und den rechten Aufmarsch damit relativierte.

Vor Gericht hatte Fields in dem knapp zweiwöchigen Prozess auf unschuldig plädiert. Seine Verteidiger argumentierten, ihr Mandant habe sich in einem Zustand der Panik befunden und "um sein Leben gefürchtet". Die zwölfköpfige Jury gelangte allerdings schnell zu einem Schuldspruch.

aev/Reuters/AP/AFP/dpa



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