Rechte Ausschreitungen in Charlottesville Verurteilter Mörder räumt Hassverbrechen ein

Er fuhr in eine Gruppe von Demonstranten und tötete eine Frau: Der rechtsextreme Mörder von Charlottesville hat sich vor Gericht nun zu seinen Hassverbrechen bekannt - und damit seine Strategie geändert.

Gedenkstätte für Heather Heyer, die 2017 bei den Protesten in Charlottesville getötet wurde
Jim Urquhart/ REUTERS

Gedenkstätte für Heather Heyer, die 2017 bei den Protesten in Charlottesville getötet wurde


Der Rechtsextreme James Fields fuhr 2017 bei einer Demonstration in Charlottesville mit seinem Auto in eine Gruppe von Menschen. Eine Frau wurde dabei getötet, mehr als 30 Menschen wurden verletzt. Fields wurde dafür bereits im vergangenen Jahr in einem Verfahren des Bundesstaates Virginia des Mordes für schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt. Damit ist der Fall aber nicht abgeschlossen: Vor einem Bundesgericht muss er sich nun zusätzlich wegen Hassverbrechen verantworten.

Wie die "Washington Post" berichtet, bekannte sich Fields vor dem Bundesgericht nun in 29 von 30 Anklagepunkten schuldig. Das widerspricht der bisherigen Vorgehensweise seiner Anwälte: Diese hatten Fields' Tat während der Demonstration 2017 in der Verhandlung als eine Art Unfall dargestellt. Fields sei in die Gruppe gefahren, da er um seine Sicherheit besorgt und verwirrt gewesen sei, so ihre bisherige Argumentation. Er habe es sofort bereut.

Vor der jüngsten Verhandlung war Fields jedoch offenbar einen Deal mit den Staatsanwälten eingegangen, die versprachen, bei Einräumen der Hassverbrechen nicht für die Todesstrafe zu plädieren.

Der Fall aus dem Jahr 2017 hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt, weil sich US-Präsident Donald Trump damals nicht eindeutig von den Rechtsradikalen distanziert hatte. Er sprach stattdessen von "einigen sehr feinen Menschen auf beiden Seiten".

kry/dpa

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