Reaktion auf Irak-Bericht Blair sieht sich entlastet

Ex-Premierminister Tony Blair reagiert auf die massiven Vorwürfe im Chilcot-Bericht uneinsichtig. Er übernehme die volle Verantwortung für alle Fehler, sagt er. Den Einmarsch in den Irak hält er aber weiterhin für richtig.

Tony Blair
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Es sind vorerst nur wenige Worte, mit denen Tony Blair auf die scharfe Kritik im Chilcot-Untersuchungsbericht zum Irakkrieg reagiert hat. "Dieser Bericht sollte Vorwürfe der Böswilligkeit, Lügen oder Täuschung endgültig ausräumen", teilte der ehemalige britische Premierminister mit. Er habe die Entscheidung, an der Seite der USA militärisch gegen den irakischen Machthaber Saddam Hussein vorzugehen, in gutem Glauben getroffen und für das Beste für sein Land gehalten.

"Nichtsdestotrotz gibt es schwere Anschuldigungen, die ernsthafte Antworten verlangen", sagte Blair. Er wolle sich am Nachmittag detailliert äußern. Allgemein teilte er mit, er übernehme die "volle Verantwortung für alle Fehler, ausnahmslos und ohne Ausreden".

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Bericht zum Irakkrieg: Heftige Kritik an Blair

Selbstkritisch wirkt Blair nicht. In seiner Stellungnahme heißt es weiter: "Ich glaube nach wie vor, dass es besser war, Saddam Hussein zu beseitigen." Dass der Irakkrieg eine Ursache für den heutigen Terrorismus sei, glaube er nicht.

In dem Chilcot-Bericht, der am Mittwoch präsentiert wurde, wird Blair vorgeworfen, die politische Entscheidung für den Einmarsch voreilig getroffen zu haben - bevor alle "friedlichen Optionen für eine Entwaffnung" des Irak unter Machthaber Hussein ausgeschöpft worden seien.

Blair sei bereits wenige Wochen nach den Anschlägen vom 11. September überzeugt gewesen, dass Hussein gestürzt werden müsse. Im Dezember habe er dem US-Präsidenten George W. Bush mitgeteilt, man müsse eine "clevere Strategie" für einen Machtwechsel ausarbeiten.

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Briten und Irakkrieg: Chronologie einer verheerenden Invasion

cte/Reuters/dpa

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