Yang Hengjun Chinesisch-australischer Autor bei Heimatbesuch festgenommen

Er galt als vermisst, nun bestätigt sich ein Verdacht: Yang Hengjun, Autor mit chinesischer und australischer Staatsbürgerschaft, befindet sich in seinem Heimatland in Gewahrsam. Er gilt als Kritiker des KP-Regimes.

Yang Hengjun
REUTERS

Yang Hengjun


Vor sechs Tagen hatte es das letzte Lebenszeichen von ihm gegeben: An dem Tag war der chinesisch-australische Autor Yang Hengjun mit Frau und Kind von New York nach Guangzhou im Süden Chinas gereist. Dort ist er von den Behörden festgenommen worden. Das bestätigte das Außenministerium in Canberra am Donnerstag. Das Ministerium bemühe sich nun um konsularischen Zugang zu dem 53-Jährigen, hieß es.

Yang ist in China als Demokratieaktivist, Romanautor und Blogger bekannt. Er kommentiert regelmäßig die chinesische Politik und äußert sich dabei zuweilen kritisch über die Kommunistische Partei. Bevor er die australische Staatsbürgerschaft annahm, arbeitete Yang im chinesischen Außenministerium. Zwischendurch lebte er in Hongkong und arbeitete für das Politikinstitut Atlantic Council in den USA. China erkennt seine doppelte Staatsbürgerschaft nicht an.

Der Autor war bereits 2011 für mehrere Tage in China verschwunden. Später gab er an, es habe sich um ein "Missverständnis" mit den chinesischen Behörden gehandelt.

Der australische Verteidigungsminister Christopher Pyne ist derzeit zu Besuch in Peking. Dort will er unter anderem mit seinem Amtskollegen Wei Fenghe über regionale Sicherheitsfragen und bilaterale Angelegenheiten sprechen. Es war zunächst unklar, ob Pyne auch die Festnahme Yangs ansprechen würde.

Australien hatte sich erst kürzlich besorgt über die Festnahme von zwei Kanadiern in China gezeigt, deren Inhaftierung offenbar eine Vergeltungsaktion der chinesischen Behörden für die Festsetzung der Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou in Kanada war.

vks/dpa/AFP



insgesamt 7 Beiträge
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The Restless 24.01.2019
1. Erstaunlich, ...
wie naiv Leute wie Yang mal eben nach China reisen, während sie ansonsten dessen Politik kritisieren. Was führte dazu, dass er sich so sicher fühlte? Oder gilt eine zeitweilige Festnahme in China als eine Art Gütesiegel unter den kritischen Bloggern, das ja immerhin deren Bekanntheitsgrad erheblich verbessert?
karlsiegfried 24.01.2019
2. Hoch lebe die EU-Chinesische Freundschaft
Das Schöne daran ist, um gute Geschäfte zumachen, wird von der EU und auch Deutschland geflissentlich übersehen, dass China zumindest nach unseren Massstäben, kein demokratisches Land ist. Und auch unverhohlen Weltmachtansprüche zeigt. Das wird für die EU, Deutschland und den Rest der Welt noch teuer werden. Da lobe ich mir einen Trump, der Klartext spricht.
karit 24.01.2019
3. So entpuppt sich das ach so demokratische
China also ... für mich seit langem auf einer Linie mit Saudi-Arabien und weiteren Schurkenstaaten. Und jetzt möchte Deutschland auch noch auf dem Bankensektor mit diesen "Demokraten" verhandeln. Und die Staatsbürgerschaft anderer Länder wird nicht anerkannt. Und wie im Kindergarten werden einfach kanadische Menschen festgehalten im Gegenzug zue HUAWEI-Tante. Und DAS sind unsere Handekspartner!!! Leute wacht auch, das ist der Wolf im Schafspelz. Raus aus China, verstärkt nach Taiwan und dann wird man sehen, ob es nicht bereits zu spät ist.
frankfurtbeat 24.01.2019
4. da ...
da monieren Foristen die Vorgehensweisen China´s und werten die amerikanische Politik als ehrlich und gut? 1. in den USA wird noch immer die Todesstrafe vollzogen 2. rechtsradikale Strömungen werden durch die Politik gestärkt bzw. nicht unterbunden 3. Interessen der USA werden weltweit ohne Rücksicht auf mögliche Opfer durchgesetzt 4. regime changes werden offen angegangen, Oppositionen finanziell unterstützt, Störenfriede durch Geheimdienste mundtot gemacht ... 5. Telefonate, Internetknoten werden ohne Skrupel angezapft 6. Waffen an die Grenzen anderer Länder geschafft um Macht zu demonstrieren 7. Schurkenstaaten unterstützt - beste Freunde ... 8. Projekte (bspw. Northstream2) fremder Länder mittels Sanktionen und Druck auf Unternehmen blockiert bzw. zum Stillstand gebracht 9. ganze Volkswirtschaften aufgrund übelster Bankengeschäfte ins Wanken gebracht ... keine Entschädigung? 10. Umweltzerstörung zu Lasten der gesamten Welt vorgenommen ... 11. Waffen über diverse Kanäle an alle möglichen Schurkenstaaten verkauft 12. ganze Regionen (Panama/ Afghanistan/Irak/Libyen) unter fragwürdigen Vorwürfen regelrecht überfallen um eigene Ziele durchzusetzen 10. die Bevölkerrung wird zu 90% knapp gehalten - 10% leben dafür in Saus und Braus 11. usw. Wenn man das als zivilisierte gute Politik wertet dann fehlt es meines Erachtens irgendwo.
Idinger 24.01.2019
5. Kommt da noch was?
Zitat von frankfurtbeatda monieren Foristen die Vorgehensweisen China´s und werten die amerikanische Politik als ehrlich und gut? 1. in den USA wird noch immer die Todesstrafe vollzogen 2. rechtsradikale Strömungen werden durch die Politik gestärkt bzw. nicht unterbunden 3. Interessen der USA werden weltweit ohne Rücksicht auf mögliche Opfer durchgesetzt 4. regime changes werden offen angegangen, Oppositionen finanziell unterstützt, Störenfriede durch Geheimdienste mundtot gemacht ... 5. Telefonate, Internetknoten werden ohne Skrupel angezapft 6. Waffen an die Grenzen anderer Länder geschafft um Macht zu demonstrieren 7. Schurkenstaaten unterstützt - beste Freunde ... 8. Projekte (bspw. Northstream2) fremder Länder mittels Sanktionen und Druck auf Unternehmen blockiert bzw. zum Stillstand gebracht 9. ganze Volkswirtschaften aufgrund übelster Bankengeschäfte ins Wanken gebracht ... keine Entschädigung? 10. Umweltzerstörung zu Lasten der gesamten Welt vorgenommen ... 11. Waffen über diverse Kanäle an alle möglichen Schurkenstaaten verkauft 12. ganze Regionen (Panama/ Afghanistan/Irak/Libyen) unter fragwürdigen Vorwürfen regelrecht überfallen um eigene Ziele durchzusetzen 10. die Bevölkerrung wird zu 90% knapp gehalten - 10% leben dafür in Saus und Braus 11. usw. Wenn man das als zivilisierte gute Politik wertet dann fehlt es meines Erachtens irgendwo.
Ich bin sehr interessiert an Ihren bisher hier noch nicht veröffentlichten Punkten 13 bis 20, um mir endlich mal ein zuverlässiges Bild machen zu können, was "zivilisierte gute Politik" ausmacht. Übrigens: Genial, die Punkte 10 und 11 doppelt zu belegen; das zwingt den aufmerksamen Leser gradezu, sich vertieft inhaltlich mit Ihrer prägnanten Argumentation (90% knapp - 10% nicht knapp; usw.) zu beschäftigen.
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