China Ein-Kind-Politik bleibt bestehen

Die chinesische Regierung will die Familienplanung weiter strikt kontrollieren: Die umstrittene Ein-Kind-Politik soll bestehen bleiben. Nicht für immer - aber mindestens noch zehn Jahre.


Peking - Der alte Kurs soll beibehalten werden. China will noch mindestens ein Jahrzehnt an der Ein-Kind-Politik festhalten, wie der Leiter der Kommission für Bevölkerungs- und Familienplanung, Zhang Weiqing, heute in der Zeitung "China Daily" erklärte.

Neugeborenes auf einer Geburtsstation in Peking: Auch künftig dürfen vor allem Städter nur ein Baby haben
AP

Neugeborenes auf einer Geburtsstation in Peking: Auch künftig dürfen vor allem Städter nur ein Baby haben

Wegen der auch in China drohenden Überalterung hatte es in jüngster Zeit immer wieder Meldungen gegeben, dass es möglicherweise weitere Lockerungen an den strikten Gesetzen geben könnte . Doch danach sieht es nun nicht mehr aus. Laut Zhang würde ein Ende der Ein-Kind-Politik angesichts der bestehenden großen Bevölkerungsbasis zu großen Fluktuationen führen. Am Rande der Sitzung des Nationalen Volkskongresses sagte er weiter, über Änderungen könne erst in rund zehn Jahren nachgedacht werden, nach dem Ende des nächsten Geburten-Booms.

Im nächsten Jahrzehnt kommen rund 200 Millionen Menschen in China ins gebärfähige Alter. Die Ein-Kind-Politik wurde in den siebziger Jahren eingeführt, um damals weitere 400 Millionen Geburten zu verhindern.

Derzeit hat China eine Bevölkerung von 1,3 Milliarden, jährlich kommen 16 bis 17 Millionen hinzu. Paare in den Städten dürfen der Politik zufolge ein Kind haben, auf dem Land sind auch zwei Kinder möglich.

ler/AP



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