Südchinesisches Meer China empört über Japans Inselkauf

Der Streit zwischen Japan und China um drei unbewohnte Inseln spitzt sich zu: Peking bestellte Tokios Botschafter ein, weil seine Regierung die umstrittene Inselgruppe von privaten Besitzern kaufen will.
Senkaku-Inseln: Gasvorkommen und viele Fischwe

Senkaku-Inseln: Gasvorkommen und viele Fischwe

Foto: REUTERS / Kyodo

Peking/Tokio - Chinas Führung ist empört über den geplanten Kauf umstrittener Inseln durch Japans Regierung. Trotz eindringlicher Warnungen Pekings hatte Tokio am Montag bekannt gegeben, dass sie mit den privaten Besitzern über einen Kauf der unbewohnten Senkaku-Inseln einig geworden sei. Man wolle die Inseln baldmöglichst übernehmen und auf eine friedliche und stabile Weise kontrollieren, sagte Kabinettsminister Osamu Fujimura in Tokio.

Doch China verurteilte das Vorhaben als "illegal und ungültig". Japans Botschafter wurde am Montag ins Außenministerium in Peking einbestellt, um den chinesischen Protest entgegenzunehmen. China lehne den "einseitigen Schritt" der japanischen Regierung entschieden ab, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Hong Lei.

Chinas Regierungschef Wen Jiabao sagte laut amtlicher Nachrichtenagentur Xinhua, China werde "absolut keine Konzessionen" machen, wenn es um seine Souveränität und territoriale Integrität gehe. Sein Land werde niemals einen Fußbreit Boden aufgeben. Staats- und Parteichef Hu Jintao hatte schon bei einem Treffen mit Japans Regierungschef Yoshihiko Noda am Sonntag am Rande des Asien-Pazifik-Gipfels (Apec) im russischen Wladiwostok ähnlich gegen das Vorhaben protestiert.

Die Inseln liegen inmitten fischreicher Gewässer, zudem werden umfangreiche Gasvorkommen unter dem Ozean vermutet. Das Gebiet ist seit langem zwischen beiden Staaten umstritten. Erst im August hatte Japan eine Gruppe chinesischer Aktivisten festgenommen, die sich auf einer der Inseln aufhielt.

Der anhaltende Streit um die Inseln hat mittlerweile auch wirtschaftliche Folgen. Nach Angaben des chinesischen Automobil-Branchenverbandes sank der Absatz japanischer Autos in China im August deutlich als Folge des Streits. Auch der Autobauer Nissan hatte "einen gewissen Einfluss" des Streits auf die Absatzzahlen im wichtigen chinesischen Markt eingeräumt.

als/dpa/Reuters